93 Jahre alt und glücklich: Wie man zufrieden älter wird
Shownotes
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Claus Leitzmann: Ein Leben für Ernährung
Wie bleibt man mit über 90 geistig klar, körperlich beweglich und innerlich ruhig?
Im Podcast erzählt Claus Leitzmann nicht nur von Studien und Ernährungsempfehlungen, sondern von seinem eigenen Weg. Von den Stationen seines Lebens, von Entscheidungen, die ihn geprägt haben, und von einer Haltung, die über Jahrzehnte gewachsen ist.
Er spricht darüber, wie sich seine Sicht auf Ernährung entwickelt hat. Was er selbst isst. Wie er seinen Alltag gestaltet. Und warum Disziplin für ihn nichts mit Zwang zu tun hat, sondern mit Überzeugung.
Darum geht es im Gespräch
- sein persönlicher und beruflicher Weg
- prägende Erfahrungen aus Forschung und Lehre
- wie sich seine eigene Ernährung im Laufe der Zeit verändert hat
- was ihn heute fit und leistungsfähig hält
- warum Maß, Kontinuität und Haltung entscheidend sind
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Kapitel: 00:00 Intro: Wer ist Prof. Claus Leitzmann 02:00 Warum Ernährung sein Leben geprägt hat 05:00 Wissenschaftliche Laufbahn und Wendepunkte 08:00 Wie Ernährung unsere Gesundheit beeinflusst 12:00 Fehler der modernen Ernährungsweise 16:00 Vollwertige pflanzliche Ernährung erklärt 20:00 Protein Mythen und Realität 24:00 Vitamin B12 worauf man achten muss 28:00 Ernährung und chronische Erkrankungen 32:00 Prävention statt Reparaturmedizin 36:00 Warum Lebensstil wichtiger ist als Gene 41:00 Altern ist kein Zufall 45:00 Bewegung Ernährung Psyche im Zusammenspiel 50:00 Was gesunde Menschen gemeinsam haben 55:00 Kritische Stimmen und wissenschaftliche Debatten 01:00:00 Was wir heute konkret verändern können 01:05:00 Motivation Verantwortung und Eigeninitiative 01:10:00 Seine wichtigste Botschaft für ein langes gesundes Leben 01:14:00 Was ein langes gesundes Leben wirklich ausmacht 01:22:00 Bewegung Ernährung Psyche im Zusammenspiel 01:31:00 Herausforderungen im Alter 01:40:00 Lebensfreude Neugier und geistige Aktivität 01:48:00 Warum Austausch zwischen Generationen wichtig ist 01:55:00 Blick auf die Zukunft und persönliche Wünsche
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00:00:00: Du warst und bist für mich immer ein Vorbild gewesen.
00:00:04: Und das ist oft so in meinem Leben passiert, dass irgendwas dazwischen gekommen ist – es kam also ganz anders!
00:00:10: Das hat mich auch immer sehr fasziniert.
00:00:13: Das ist vielleicht ganz gut wenn wir in eine Weglosland gehen?
00:00:16: Es hat mich stark gemacht.
00:00:18: Ich war dann natürlich der Sonderling...
00:00:21: ...dass die Leute endlich wieder Sicherheit bekommen.
00:00:25: Wurde das von der Wissenschaft nicht
00:00:27: akzeptieren?!
00:00:28: hat sich trotzdem schon ganz viel getan.
00:00:31: Klaus Leitzmann ist bei mir eine lebende Legende, er erzählt sein Leben, er erzählt aber auch über Einschnitte in seinem Leben und er erzählt auch warum das Leben plötzlich mit einer neunzig Jahre wieder Porzellbäume für ihn bereitet hat.
00:00:51: ja und all das und vieles mehr wirst du hier in diesem Podcast übers Elter werden.
00:00:58: Übers Elterwerden spreche ich heute mit Professor Dr.
00:01:03: Klaus Leitzmann.
00:01:06: Klaas ist seit mehr als fünf und dreißig Jahren mein Mentor, mein Lehrer in erstens natürlich alles was Ernährung anbelangt aber auch in Lebensfragen.
00:01:21: das finde ich ganz spannend weil du warst und bist für mich immer ein Vorbild gewesen und deswegen bin ich auch ganz, ganz froh dass du heute hier bist.
00:01:34: Außerdem bist du ein ganz, ein sehr guter Freund von Holland und von mir ebenso seit ganz langer Zeit und du bist auch einen Mensch der seinen eigenen speziellen Weg gegangen ist.
00:01:53: Und darüber und über vieles mehr würde ich gerne heute mit dir sprechen.
00:01:59: Und jetzt würde ich dich gerne erst mal bitten, dass du dich selbst vorstellst Klaus so wie du dich heute siehst und wie du dich vorstellen oder wie du wünschst das man dich vorstellen würde.
00:02:14: Könntest du da einfach mal?
00:02:15: Ja sicher es geht ja auch mein Leben.
00:02:18: also ich heiße Klaus Leitzmann Stamm aus der Lüneburger Heide, da bin ich geboren.
00:02:26: Das bezahle ich auch heute noch immer als meine Heimat.
00:02:31: Wenn ich auf der Autobahn in Richtung Hamburg fahre und dann die ersten Bergen und Kiefern aber besonders die Heides sehe, dann weiß ich hier ist mein Heimat obwohl ich schon mit fünfzehn- sechzehn Jahren dort weggezogen bin.
00:02:45: also das ist schon ganz lange her.
00:02:48: Okay, trotz zu deiner Geschichte kommen wir gleich nochmal.
00:02:51: Sondern ich würde gerne noch mal vielleicht sagen, dich bitten dass du sagst wer bist oder was hast du gemacht?
00:03:00: Was ist dein Beruf?
00:03:02: und wenn du magst auch deinen Alter schon verraten aber nur wenn du machst
00:03:07: Ja damit kann ich gerne anfangen.
00:03:09: Ich werde nächste Woche dreieinneunzig Jahre alt Und fühle mich aber deutlich jünger, wie es vielen geht die in meinem alter sind.
00:03:19: Es sei denn sie sind betlägerig oder haben schwere krankheitliche
00:03:26: Einträchtigung
00:03:27: dann geht das natürlich nicht.
00:03:29: Ich halte mich dafür ja begünstigt dass ich das noch kann.
00:03:36: Verstehe ich.
00:03:38: Magst du nochmal erzählen was Du gemacht hast beruflich?
00:03:43: habe in den USA studiert.
00:03:47: Und zwar zunächst Chemie und Mikrobiologie, später Biochemie und war zwölf Jahre lang in den USA.
00:03:57: Sprechen wir noch ausführlich darüber über die ganzen Sachen?
00:04:00: Ich
00:04:01: bin danach als Ernährungswissenschaftler zwei Jahre in Kalifornien gewesen, danach fünf Jahre in Thailand und am hier an der Universität in Gießen, im Institut für Ernährungswissenschaft.
00:04:20: Und da warst du?
00:04:22: Wie lange?
00:04:23: Da war ich zwanzig Jahre bis zu meiner Pensionierung.
00:04:27: Das heißt, die Pensionierung war dann erst in dem Jahr nineteen neunzehn achtundneinzig also auch schon über fünfundzwanzig jahre her.
00:04:34: Ja!
00:04:35: Also Herr Professor Klaus, ich würde gerne jetzt einfach so mal ein bisschen in deinen in dein Leben einsteigen, weil das hat mich auch immer sehr fasziniert.
00:04:48: Du hattest damals schon viel Mut und bist losgegangen in die weite Welt.
00:04:57: aber bevor du los gegangen bist hast du erst nochmal einen kleineren Besuch gemacht glaube ich in Deutschland.
00:05:05: Du hast eine Lehre begonnen da kann ich mich noch erinnern.
00:05:09: was hast du denn für eine Lehrer gemacht?
00:05:12: Ich habe Gärtner gelernt, obwohl das nicht mein Wunschberuf war.
00:05:19: Aber in der Nachtrichtseite war es sehr schwer überhaupt eine Ausbildungsstätte zu bekommen und mein Vater hatte sich darum bemüht und hat dann auch eine Stelle gefunden und ich hab als Gärtnär angefangen, hab ausgelernt, hab meine Prüfung bestanden, war mal bei einer deutschlandweiten Prüfung von Gärtner Lehrlingen, bester Deutscher Gärtners Lehrling.
00:05:46: Ich bin immer noch stolz drauf und habe danach wie das damals üblich war meine Wanderjahre absolviert.
00:05:55: Das ist eine Voraussetzung um Gartenarchitektur zu studieren.
00:06:01: man musste nachweisen dass man vor seinem Studium fünf Jahre berufstätig gewesen ist Und schon in dieser Zeit ging das Wandern los.
00:06:13: Angefangen hat es in verschiedenen Betrieben.
00:06:17: Zunächst habe ich meine Lehrzeit beendet, in Salzhausen und in der Heide.
00:06:24: Danach war meine erste Stelle im Bayern, im Bad Tölz.
00:06:28: Da habe ich ein Jahr als Gärner gearbeitet.
00:06:31: Danoch war ich ein Ja in Hamburg bei der... Europa weiten größten Baumschule Lorenz von Ehren, die auch heute noch existiert und ganz Europa mit Pflanzen beliefert.
00:06:48: Die sind also sehr berühmt in der Branche.
00:06:51: Danach habe ich dann ein Jahr in Köln gearbeitet in einer Staudengärtnerei damit man mal alle Fächer durch hat Und bin anschließend noch zweieinhalb Jahre in der Schweiz gewesen, habe dort Landschaftsgärtnerei gelernt und gemacht.
00:07:10: Jetzt verstehe ich auch warum du so einen wunderschönen Garten bei dir zu Hause hast?
00:07:16: Weil also ich liebe ihn egal wann man bei dir ist im Garten gibt es immer was zu bewundern und zu bestaunen.
00:07:25: das Für mich einfach ganz, ganz schön.
00:07:28: Weil du den Garten selbst gemacht hast auch!
00:07:32: Du hast ihn ja selbst angelegt.
00:07:33: Du hast doch teilweise... Stimmt das?
00:07:35: Hast du diese Findlinge die da drin liegen?
00:07:38: Hast so die selbst irgendwie eigentlich geschleppt?
00:07:40: War da noch
00:07:40: sowas?!
00:07:41: Vor zehn Jahren, oder wann das war?
00:07:43: Findlinge sind es an sich nicht.
00:07:45: Die findlinge findet man ja eigentlich nur in Norddeutschland aus der Eiszeit und da wo ich jetzt lebe im Vogelsberg gibt es viel über Salzsteine.
00:08:03: Die habe ich auch gesammelt und den Garten damit ausgerichtet.
00:08:07: Und das hat mir sehr viel Spaß gemacht, weil es ja auch gelernt hatte wie man so was macht.
00:08:11: Ja
00:08:11: aber du hast dann keine Landschaftsgärtnerei studiert oder doch?
00:08:15: Nein ist war so!
00:08:16: Ich war angemeldet, war auch angenommen.
00:08:18: damals gab es nur zwei Gartenbau Hochschulen in Deutschland.
00:08:22: die eine war in Wein-Steffan und es ist immer noch Osnabrück.
00:08:28: Und als Norddeutscher habe ich dann gedacht, Osnablück ist richtig.
00:08:33: Ich wurde auch angenommen, musste natürlich den Nachweis erbringen, dass sich eine Lehrerfolgreich absolviert habe und auch diese fünf praktischen Jahre verbracht haben.
00:08:46: Aber es kam etwas dazwischen.
00:08:48: Und das ist auch so in meinem Leben passiert, dass irgendetwas dazwwischen gekommen ist.
00:08:53: Es kam also ganz anders!
00:08:55: Was
00:08:55: kam denn dazwsichen?
00:08:56: Dazwichen kam, weil ich das irgendwann mal als Wunsch geäußert hatte eine Anfrage von einem sehr entfernt Verwandten aus Amerika der sagte Falls ich Interesse hätte nach den USA zu kommen, würde er für mich bürgen.
00:09:15: Das heißt damals kam man nicht in die USA ohne einen Bürgen zu haben der also dafür verantwortlich war dass man untergebracht ist das man sein Geld verdient und so weiter.
00:09:29: Das war sie.
00:09:30: in den fünftiger Jahren war das noch üblich.
00:09:35: In den Fünfziger Jahren War das glaube ich ja nicht so gangengebe, dass man sich mit der Idee auseinandergesetzt hat Deutschland zu verlassen nach Amerika zu gehen?
00:09:47: Doch.
00:09:48: Das war nach dem Krieg sehr üblich.
00:09:50: Ah es war sehr übelig.
00:09:52: Besonders deshalb weil wir in Westdeutschland zwölf Millionen Vertriebener aufgenommen haben.
00:10:02: Die kamen aus Ostpreußen, Westpreußien, Schlesien und Pommen.
00:10:06: Aus dem Sudeten Land.
00:10:08: Die wurden alle vertrieben.
00:10:09: Das sind keine Flüchtlinge.
00:10:10: Die wollten ihre Heimat nicht verlassen.
00:10:12: Ja!
00:10:15: schrecklichen Umständen zum Teil vertrieben, zwölf Millionen Menschen.
00:10:20: Und die hatten ja im Westen wo alles zerstört war auch nicht so richtig Lust sich da niederzulassen oder zu bleiben.
00:10:29: und alle die die Möglichkeit haben auszuwandern sei es USA, sei es Kanada, sei ist Australien, die haben diese Gelenkheit genutzt.
00:10:38: Aber das war bei dir nicht der Grund warum du ausgewandert bist?
00:10:42: Bei mir war es schlichtweg neugier, interessanterweise und das erinnere ich auch sehr gut.
00:10:48: Da habe ich mir so vorgestellt als Amerika – das muss doch ganz toll sein!
00:10:53: Aber wenn man jetzt in Deutschland ist und erst einmal verheiratet und halt Kinder, dann kommt man nie nach Amerika.
00:11:01: Und das war unter den Bedingungen damals eine arme Nachkriegszeit.
00:11:06: natürlich auch realistisch, dass sich das später alles ändern würde.
00:11:10: Das konnte man gar nicht an.
00:11:12: Und da ich diesen Kontakt hatte, den übrigens meine Mutter hergestellt hat mit diesem entfernt Verwandten habe ich mich dann kurz entschlossen nach Amerika auszuwandern.
00:11:24: Alleiner?
00:11:25: Nein nicht alleine!
00:11:27: Ich hatte eine Freundin mit der ich schon hatten die Absicht dass wir zusammen bleiben aber wir waren leiert und also noch nicht offiziell verbunden.
00:11:39: und dann sagte dieser entfernen Verwandte in den USA, sagte mir dann ja Klaus wenn du eine Freundin hast am besten ist Du heiratest und kommst nach Amerika.
00:11:52: Und genau das haben wir gemacht.
00:11:54: Wir haben geheiratet und einer Woche später waren wir auf dem Dampfer in Richtung USA.
00:12:00: Wie alt war dir?
00:12:01: Ich war dreiundzwanzig und meine Frau war zwanzig.
00:12:05: also wir waren relativ jung, aber doch schon ziemlich erfahren.
00:12:10: Die Kriegs- und Nachkriegzeit hat uns sehr geprägt.
00:12:13: Wir mussten schon als Kinder Verantwortung übernehmen für viele Dinge was ganz ungewöhnlich war besonders in unserer Familie denn meine Mutter war fast blind Das heißt, wir Kinder und der Vater war im Krieg.
00:12:26: Also wir Kinder mussten nicht nur kochen und das Haus sauber machen sondern sogar bügeln und natürlich im Garten arbeiten werden einen großen Garten.
00:12:38: Damals war ich so noch üblich dass man auf dem Lande sich selbst versorchte.
00:12:43: Man hatte Äpfel und Beerenen und Kartoffeln und Gemüse usw.
00:12:48: Und jedes Jahr wurde ein Schwein geschlachtet ganz typisch, wie das früher war.
00:12:54: Und das war natürlich bei uns etwas schwieriger eben weil die Mutter so stark behindert waren und da habe ich auch all diese Hausarbeiten schon gelernt was mir später auch sehr zu gut gekommen ist.
00:13:09: Okay ihr wart dann auf dem Schiff?
00:13:13: Wie lange
00:13:13: hat es gedauert?
00:13:14: Wir sind damals noch auf der alten Berlin, so hieß das Schiff gefahren.
00:13:20: Wir haben einmal Stopp gemacht in Liverpool und einmal in Halifax.
00:13:26: Und die ganze Fahrt hat dann drei bis vierzehn Tage gedaubert.
00:13:31: Das war übrigens unsere Hochseilsreise nach Amerika.
00:13:36: Das Dumme war, womit wir nicht gerechnet hatten, dass meine Frau ... furchtbar seekrank war und wurde.
00:13:46: Die ganze Überfahrt, war sie seekrank.
00:13:49: Er hat nur gelegen und die restlichen... Das was sie noch gegessen hatten den Fischen anvertraut.
00:13:58: also es war
00:13:59: okay.
00:13:59: das waren dann also keine schönen Reise?
00:14:01: Nein ich habe mir damals geschworen nie wieder eine Hochseitsreise.
00:14:08: Ja Und so ist es dann auch gewesen.
00:14:10: Und
00:14:10: wo seid ihr angekommen?
00:14:11: in Amerika?
00:14:12: In New York, damals kamen alle.
00:14:14: Die mussten alle durch New York.
00:14:16: Das ist berühmt der Long Island, wo diese Einrichtungen schon seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts existierten.
00:14:24: Wo alle Leute durchgeschleust und geprüft wurden usw.
00:14:28: Es kam nicht selten vor dass auch Leute zurück geschickt wurden.
00:14:32: Die wurden einfach nicht angenommen.
00:14:34: Hattet ihr irgendwie Angst eigentlich?
00:14:36: Ach nee, wir waren jung!
00:14:38: Wir waren gesund.
00:14:39: Wir waren verliebt und die Welt war offen für uns.
00:14:43: Wir hatten zwar kein Geld aber nö Angst.
00:14:47: nein
00:14:48: Aber ihr hattet eine Anlaufstelle wo sie ihn quantitieren?
00:14:51: Ja ja eben
00:14:52: dieser Börge.
00:14:53: der wohnte nicht in New York sondern in Ohio In Kolumbus Ohio das ist die Hauptstadt von diesem Staat Und er hatte uns freundlicherweise auch ein Zuchticket geschickt, damit wir von New York dahin fangen konnten mit dem Zug.
00:15:10: Hat uns abgeholt und bei dem haben wir auch glaube sogar zwei Wochen lang gewohnt.
00:15:15: er hat sich darum bemüht dann dass wir irgendwo eine Unterkunft hatten wo wir in einem Haus wohnen mit einem alten Herren den meine Frau betreut hat.
00:15:27: Und ich habe immer einen Beruf gehabt oder ich hab Geld verdient
00:15:32: In welchem beruf?
00:15:33: als Gärtner?
00:15:34: Ja
00:15:36: Das kannte ich.
00:15:38: Und in Amerika kennt man ja keine Lehre, da lernt man das so nebenbei und wer dann gut ist, der ist dann auch gut aber diese Ausbildung wie wir sie haben in Deutschland und auch in anderen europäischen Ländern.
00:15:55: die kennt man in den USA nicht
00:15:58: Aber du bist ja nicht immer Gärtner geblieben, sondern ging das dann eigentlich weiter?
00:16:03: Ja es ging so weiter dass dieser entfernt Verwandte von uns der hatte eine Professor an einer kleineren Universität und irgendwann hat er wohl gemerkt, dass ich nicht ganz dumm bin.
00:16:17: Und hat dann gesagt Klaus wie wär's denn hättest du nicht Lust zu studieren?
00:16:21: Dann habe ich da Hoppler Ich und Studien.
00:16:24: Der Gedanke wäre mir nie gekommen vor allen Dingen deshalb weil ich kein Abitur hatte.
00:16:29: Ich habe Mittelreife gehabt und in den USA wird natürlich das Abitur anerkannt, um ein Studium zu machen.
00:16:39: Das konnte ich auch nicht nachweisen – eben nur Mittelreifel!
00:16:43: Aber wir haben uns dann recht intensiv erkundigt welche anderen Möglichkeiten es gibt, ob man da was nachholen kann.
00:16:55: Mittelschule okay, also er müsste da eine Prüfung machen.
00:17:00: Und ich habe dann diese Prüfungen gemacht und hab selber nicht geglaubt dass sich die bestehen würde.
00:17:07: auch deshalb war mein Englisch natürlich noch nicht besonders gut war.
00:17:11: aber ich habe die Prüfungsbestände und dann habe ich angefangen zu studieren.
00:17:17: Ohne
00:17:17: Abbey?
00:17:18: Ja ohne Abbey Spannend.
00:17:21: Ja, das haben wir eine Ausnahme gemacht.
00:17:25: Was hast du studiert?
00:17:27: Ich habe was Studierbaren als Gärtner.
00:17:31: Ich wollte Botanik studieren aber Botanic gab es an dieser Universität gar nicht.
00:17:37: Es gab aber Biologie also sowohl die Biologie als auch die Botanika und die Zoologie zusammengefasst worden.
00:17:46: Und das war auch interessant um vor allen Dingen wie gesagt ich hatte Tolle Gelegenheit, besseres Englisch zu lernen.
00:17:53: Und zunächst habe ich gedacht, ich mache das ein Semester und irgendwann muss ich ja auch arbeiten.
00:17:58: Denn kurz nachdem wir da waren, war meine Frau schon schwanger.
00:18:04: Also dabei gedacht jetzt muss ich natürlich für die Familie sorgen.
00:18:10: Nummer eins ist geboren als ich im ersten Semester war.
00:18:15: Dann hast du studiert,
00:18:17: gearbeitet
00:18:18: und das Kind kam?
00:18:19: Ja, das ging klar.
00:18:21: Gut!
00:18:21: Wie lange hast du studiert?
00:18:24: Normalerweise studiere man vier Jahre um sein Bachelor zu machen.
00:18:28: Ich brauchte ein bisschen länger weil ich sehr viel nebenbei arbeiten musste Denn wir hatten niemanden, keine Eltern, gar nichts.
00:18:36: und diese entfernen Verwandten waren natürlich sehr entfernt.
00:18:39: verwandt Der ist auch nicht auf die Idee gekommen uns oder mich zu unterstützen.
00:18:46: Und was man in Amerika heute noch immer machen muss, ist Studinggebühren zu bezahlen.
00:18:51: Also Studiengebühren waren... Ja das war schon viel Geld!
00:18:57: Ich bekam dann glücklicherweise eine Arbeit an dieser Universität.
00:19:03: Die hatten Gewächshäuser als Demonstrationsobjekte für die Studierenden, die Botanik und auch Zoologie studiert haben.
00:19:14: mich sehr gut auskannte, bekam ich ein sehr gutes... für damalige Wellen ist es sehr gutes Gehalt.
00:19:22: Nämlich ein Dollar die Stunde.
00:19:25: Das war doppelt so viel wie andere Studierende bekommen Für irgendwelche Arbeiten die sie auf dem Campus oder dort macht.
00:19:33: Aber ihr konntet von dem Geld
00:19:35: leben?
00:19:36: Na ja aber ich musste natürlich jede Woche fast jeden Nachmittag am Wochenende habe ich hier arbeitete um Geld zu verdienen.
00:19:46: Okay, viereinhalb Jahre hast du das gemacht?
00:19:50: Ich habe das fünf Jahre gemacht weil ich musste einfach meinen Studium strecken weil ich nicht genug Zeit hatte alle Kurse zu belegen wegen... Diese Tatsache, dass ich arbeiten musste um gleich zu verdienen.
00:20:04: War da ein Kind da oder war da schon ein weiteres irgendwie?
00:20:09: Ja also in
00:20:10: Sicht...
00:20:11: Oder?
00:20:11: Ja in Sicht aber wir hatten so etwa alle anderthalb Jahre hatten wie ein Kind.
00:20:16: Also innerhalb von fünf Jahren hatten wir unsere vier Kinder.
00:20:21: Also Moment jetzt muss ich mal gerade fragen.
00:20:23: So lange du studiert hast und gearbeitet hast In der Zeit sind alle Kinder geboren.
00:20:30: Alle vier!
00:20:31: Innerhalb von fünf Jahren.
00:20:35: Okay, gut.
00:20:37: Und dann aber vielleicht darf ich noch so als Anmerkung machen?
00:20:42: Als sich meine Frau kennenlernte hat sie gesagt ja dann würde die Worte aber mindestens zehn Kinder haben.
00:20:51: Zehn!
00:20:51: Ja das war die Zahl.
00:20:53: und da habe ich gedacht naja das ist natürlich viel aber wahrscheinlich ändert sie ihre Meinung wenn Wenn wir erst mal damit anfangen und nach vier war es dann tatsächlich so, dass wie gesagt haben.
00:21:08: Wir haben unseren Beitrag geleistet.
00:21:11: aber damals das war ja die Zeit als alle Familien viele Kinder hatten und das ist hier die heutige Generation die jetzt in Pension geht
00:21:24: Baby Boomer.
00:21:25: Die Baby Boomers, die sind alle vier in dieser Baby Booma seit Geboren und das war gar nicht unüblich.
00:21:33: da waren auch Studierende, die hatten zum Teil mehr Kinder als wir.
00:21:38: aber wir waren auch schon eine Ausnahme.
00:21:41: Aber ich weiß ja dass du nach deinem Studium noch mal einen anderen Weg eingeschlagen bist.
00:21:50: Was hast du gemacht, also fertig warst?
00:21:52: Naja vielleicht habe ich erwähnt.
00:21:54: Ich hab meinen Bachelor in Biologie gemacht bzw.
00:22:00: ich habe damit angefangen und habe tatsächlich meine Urkunde meinen Bachelor of Science in Chemie bekommen.
00:22:09: Ich habe dann Chemie irgendwie für mich entdeckt und fand das wahnsinnig interessant und habe dann gewechselt.
00:22:16: Also meinem Bachelor habe ich in Chemies gemacht.
00:22:19: nach fünf Jahren war das und dann hatte ich, glaube ich ja da ein sehr gutes Zeugnis kommen können wenn ich Zeit gehabt hätte mehr Zeit gehabt habe.
00:22:31: Ich konnte auch nie an diese vielen wunderbaren Aktivitäten konnte ich nicht teilnehmen wie Sport und so weil ich das Linen gerne gemacht hatte in die Zeit.
00:22:42: ich musste immer entweder studieren oder Geld verdienen
00:22:47: bei den Kindern auch sein, oder?
00:22:48: Hast du von den Kindern nicht viel mitbekommen?
00:22:50: Doch schon.
00:22:51: Aber das war begrenzt.
00:22:53: Abends habe ich oft gesessen und natürlich gelernt in Amerika ist das Studium ja mehr so wie Schuhe da sind dauernd Prüfungen zwischendurch und so weiter.
00:23:06: Jedenfalls bekam ich dann interessanterweise von der Universität in Minnesota ein Angebot dort mein Master zu machen Und da bekam ich dann ein Stipendium, das war schon mal eine große Hilfe.
00:23:22: Das war auch sehr knapp aber es reichte aus um wirklich intensiv zu studieren.
00:23:29: Hattet ihr geplant so lange unterwegs zu sein?
00:23:33: Nein nein!
00:23:33: Ich hatte ja meine Frau... der hatte eigentlich gesagt wir machen das mal ein Jahr
00:23:39: Ein Jahr, aber das waren dann schon fünf Jahre.
00:23:42: Das war schon fünf Jahren und ihr hatt's außerordentlich gut gefahren.
00:23:45: Okay.
00:23:45: Amerika damals war wehtlich noch das Land... Ja alles hat ja wirklich
00:23:52: Möglichkeiten?
00:23:53: Ja, das war ganz toll!
00:23:55: Ich meine heute würde ich nicht mehr in Amerika leben wollen wie sich das entwickelt hat.
00:24:00: Aber damals in den fünftiger Jahren, da war Eisenhower noch Präsident, das ist also ganz lange her Der hat ja die amerikanische Armee im Zweiten Weltkrieg geführt, die haben also Europa befreit.
00:24:16: Das war Eisenhower, der war General Eisenhower der Chef und das hat ihn dann letztlich auch zum Präsidenten gemacht.
00:24:25: Also es ist eine lange Zeit hier.
00:24:27: Und
00:24:30: nach Minnesota?
00:24:31: Und zwar war das ein Angebot in der Abteilung Mikrobiologie Und das ist auch ein ganz faszinierendes Gebiet.
00:24:42: Das hat mir riesen Spaß gemacht, dann habe ich mein Master gemacht in Mikrobiologie.
00:24:47: Wie lange hat
00:24:48: es gedauert?
00:24:48: Zwei Jahre.
00:24:50: Also das war typisch für Amerika in der damaligen Zeit und dann ist mein Stipendium verlängert worden und ich konnte dann weiter studieren und da habe ich mich entschlossen dass ich Biochemie studiere um damit zu promovieren.
00:25:07: Also ich bin eigentlich, wenn dich gefragt werde was hast du studiert?
00:25:11: Was bist du vom Beruf?
00:25:12: Bin ich Biochemiker.
00:25:14: Aber ich hatte ja vorhin schon diese anderen Gebiete.
00:25:17: auch.
00:25:18: das greifen natürlich ineinander und viele Dinge sind da vergleichbar oder identisch.
00:25:26: Und wie lange seid ihr dann in Minnesota geblieben?
00:25:29: Auch
00:25:29: fünf Jahre.
00:25:30: Auch fünf!
00:25:30: Das waren dann schon zehn.
00:25:32: Ja In der Endschuhe Vier Jahre.
00:25:35: Ja gut, dann sind es neun.
00:25:36: Also das ist ja... Da wart ihr dann?
00:25:39: Zweiunddreißig, einund dreißig?
00:25:42: Ja am Anfang Dreißig.
00:25:43: Und wie ging's dann weiter?
00:25:44: Ja und dann hatte ich eine Angebot und das ist wieder einer der vielen Dinge wo ich wirklich auch im Leben Glück gehabt habe und bin heute noch sehr dankbar dafür.
00:25:55: da kam ein Angebot aus Kalifornien.
00:25:59: Da wurde gerade das erste Institut für Molecular Biology eingerichtet.
00:26:09: Das sind die Leute, die Biochemie und Genetik zusammenführen.
00:26:14: Damals war die große Forschung wie sieht die Gainstruktur aus?
00:26:19: Und damals waren diese berühmten Forscher Watson und Crick Die haben das er letztlich entdeckt, dass es diese Spirale ist.
00:26:26: Haben natürlich die Nobelprätze... Hast
00:26:27: du sie kennengelernt?
00:26:29: Ich habe sie im Vorträgen gehört und kennengelernen das übertrieben.
00:26:33: Aber du hast sie erlebt!
00:26:34: Ja, ich hab sie erlebt.
00:26:36: Und der Watson war ein junger Mann damals.
00:26:39: Der war schon um zwanzig oder sechsundzwanzig Jahre alt also jünger als ich und der war schon da drin.
00:26:46: aber mit dem Nobelpreis hat es dann doch eine weile gedauert weil man weiß danach Andere waren, die auch sehr viel dazu beigetragen haben.
00:26:56: Aber letztlich haben sie übrigens mit einem Physiker zusammen der seinen Beitrag geleistet hat und mit seinen Aufnahmen.
00:27:04: Und dann haben wir überlegt was ihr macht jetzt...
00:27:12: Wer hat überlegt?
00:27:13: Was ihr macht?
00:27:15: Wie es weitergeht?
00:27:16: Also deine
00:27:17: Frau
00:27:18: Ja, ja.
00:27:19: Wir haben dann überlegt wie soll das jetzt weitergehen?
00:27:22: Und da habe ich schon erwähnt dass sich das Angebot bekommen hat aus Kalifornien.
00:27:29: und dann haben wir gesagt Kalifornie.
00:27:31: Das muss man dir jetzt mitnehmen.
00:27:33: Man kann dich nicht so wieder nach Deutschland fahren.
00:27:36: Da war ich in diesem Institut für Molecular Biology bei Paul Boyer.
00:27:43: Den werden die meisten nicht kennen.
00:27:45: Das war damals ein berühmter Biochemiker, der dann auch später den Bear Price bekommen hat und da habe ich immer dabei gearbeitet.
00:27:54: Da haben wir über den Mechanismus geforscht wie die Zelle ATP-synthesisieren.
00:28:03: Also
00:28:03: die Energie, unsere Lerie... Ich zahle
00:28:05: dir das.
00:28:06: Wie sind die einzelnen Schritte?
00:28:09: Welche Enzyme sind da involviert und wie geht es?
00:28:11: Und die Metochontrin, die gab's da, die habt ihr schon entdeckt?
00:28:17: Die waren schon entdekt.
00:28:18: Aber da gab's ja wenig Wissen dazu.
00:28:21: Ja, da gab es schon viele Ansätze und viele Hinweise aber dann geforscht den Nobelpreis bekam, dann haben wir uns natürlich alle als Nobelpreisträger gefühlt und mitgewirkt auch.
00:28:38: Ja klar, sie hat
00:28:39: ja auch mitgemacht.
00:28:39: Es ist genauso wie wenn wir den ersten deutschen Papst hatten.
00:28:44: da hieß es ja Wir sind
00:28:45: Papst
00:28:46: und da waren wir sind Nobelpreesträger.
00:28:50: Wobei ich denke das darf auch so sein Wofür habt ihr denn den Nobelpreis bekommen?
00:28:59: Ja wie gesagt, für die Entschlüsselung des Mechanismus.
00:29:03: Wie die Zelle ADP, die Energie synthesieren.
00:29:06: Das
00:29:06: war eher ein Riesenschritt
00:29:08: ne?
00:29:08: Ja da waren auch andere Forscher natürlich dann beteiligt besonders zwei Englende, die auch den Nobelkreis geteilt haben mit dem Baubäuer.
00:29:17: ja das war eine sehr interessante Zeit.
00:29:21: Ja und dann ging es eben weiter, dass sie überlegt haben wie geht's jetzt weiter?
00:29:25: Und meine Frau hatte so lange wie sie in Amerika war immer heimweh.
00:29:32: Wollte immer zurück nach Deutschland und was kein Gegensatz ist.
00:29:37: Amerika hat er sehr gut gefallen und trotzdem habe ich sie immer Heimweh und ich hatte ihr ja versprochen.
00:29:43: nach einem Jahr fahren wir zurück aber das ja schlug sich dann hin und dann kriegst du dich ein Angebot aus Thailand.
00:29:53: Da wurde eine neue Universität eingeweiht oder gegründet und eröffnet, und da suchte man junge Wissenschaftler die dort die Lehre übernehmen können.
00:30:07: zunächst und nicht nur Junge aber auch Junge um diese Universität in Gangl zu bringen.
00:30:14: das ist die Mahidun University in Bangkok heute sehr bekannt geworden ist.
00:30:21: Die wurde maßgeblich unterstützt von der Rockeverletzstiftung, ja da hatte ich die Möglichkeit dahin zu gehen und dann haben wir gesagt... Ich habe das damit ille beschworen.
00:30:35: wenn es nicht so lange dauert erzähle ich dir für uns wichtige Geschichte unser Chef Paul Boyer der später den Nobelpreis bekommen hat.
00:30:44: Der ging auf eine Weltreise, er war eingeladen zu Vorträgen um über seine Forschung zu berichten.
00:30:50: Er war in Australien, Indonesien und dann im Mittelosten aber auch dann in Europa und England und kam nach sechs Wochen zurück.
00:31:03: Und da hat er ungefähr zwanzig Schlipsen gekauft aus Thaiside.
00:31:11: Dann hat er gesagt, ich habe hier Schlips.
00:31:13: Jeder darf sich einen aussuchen!
00:31:16: Wir waren so ein Team von ungefähr zwanzig Jungen und etwas älteren Wissenschaftlerinnen.
00:31:20: Und jeder hat sich in Schlips genommen.
00:31:22: Und dann sagte er nach der Nacht, wir hatten jede Woche unsere Meeting... ...dann sagt er übrigens im Bankhof wird einem Biochemiker gesucht für... Einige Jahre zumindest in dieser neu geöffneten oder zu eröffneten Universität.
00:31:40: Wer hätte denn Lust dazu?
00:31:42: Und dann war das auch ganz toll, dass wir noch was nach Teilen.
00:31:47: Das war damals noch... Ja, holt sie das alles anders aus aber damals war es noch irgendwie fremd und sensationell raufregend!
00:31:57: Ja, ja, das war dann Ende der sechsiger Jahre schon lange her Und da waren also offensichtlich viel interessiert.
00:32:06: und dann sagt er, gut, überlegen Sie sich das gut.
00:32:11: Ich frage morgen noch mal und dann werden wir sehen wie wir diese Anfrage beantworten.
00:32:18: Am nächsten Tag kam er wieder zusammen und hatte gesagt so, wie ist es denn?
00:32:22: Dann hat sich ein Anhang an den gemeldet und hat gesagt ja, dass wäre ganz toll!
00:32:26: Dass wir uns interessieren um meine Frau ist gerade schwanger geworden.
00:32:30: Das geht gar nicht Das wäre für uns kein Hindernis gewesen.
00:32:34: Und dann der nächste sagt, ja wir haben gerade das Haus anbezahlt und jeder hatte eine Entschuldigung.
00:32:41: Ich habe mich erst mal zurückgehalten ich hatte es mit Ille besprochen.
00:32:45: Ich hab gesagt du Thailand aber ich habe da keine Chance!
00:32:49: Da sind so viele und wir mit unseren vier Kindern wer will das schon?
00:32:54: Wer will das?
00:32:56: Und dann sagt er zu mir What about you Klaus?
00:33:00: Und dann habe ich gesagt, ja, ich bin interessiert.
00:33:02: Ich würde gehen und der hatte gesagt gut, dann schreibe ich und fädel das ein.
00:33:09: Und da hab' ich mich ans Telefon gehängt – und das will ich auch noch erzählen – weil es so einen Markstein in unserem Eheleben war.
00:33:17: Ich hatte meiner Frau erzählt, dass diese Überlegung war oder dieses Angebot.
00:33:24: Dann habe ich sie angerufen Und ich sagte jetzt auf Englisch, die meisten lernen das verstehen.
00:33:29: Ich habe sie angerufen und dann hab gesagt Hallo Honey!
00:33:33: So hab' ich meine Frau genannt.
00:33:34: Honey?
00:33:35: Hallo Honig.
00:33:36: Genau.
00:33:37: Also Honey.
00:33:38: Ja.
00:33:39: Und dann hab ich... auch da hab ich gesagt Sie Hallo.
00:33:42: Was gibt's?
00:33:43: Ich hab' gesagt Guess where we are going next year.
00:33:48: Stell dir vor wo wir den nächsten
00:33:50: Jahr hingehen oder was?
00:33:50: Rate mal wo wir nächstes Jahr hingehe.
00:33:53: Und da sag' ich Sie Where Are We
00:33:54: Going?!
00:33:56: Und dann habe ich gesagt, Thailand.
00:33:58: Wo gehen wir hin?
00:34:00: Dann hat sie gesagt, wonderful!
00:34:03: Das war das Telefongespräch und damit war das geklärt.
00:34:06: Wir haben das nicht woanders diskutieren sondern einfach entschieden weil wir beide lusten.
00:34:11: Das kam aber auch daher.
00:34:13: in Minnesota hatten wir die Gelegenheit ein Haus zu mieten dass die Universität gekauft hatte um es später weil sie alle Häuser aufkaufen, ein älteres Haus abzureißen um neue Gebäude zu bauen.
00:34:26: Ganz typisch in Amerika.
00:34:28: So geht man davor und da hatten wir die Möglichkeit Zimmer zu vermieden.
00:34:36: Und dann kam damals ein Chineser und hat gefragt ob wir im Zimmer hätten.
00:34:42: Dann haben wir gesagt ja, wir haben das anzubieten!
00:34:45: Und dann waren wir uns einig wie wir das machen wollen ein paar Stunden später mit seinem Freund, ob der auch einziehen konnte.
00:34:55: Und das war auch eine Schneese.
00:34:57: da kamen wir bei uns ich glaube aus Taiwan und dann kam noch einen Dritt dazu und hatten drei Asiaten als Untermieter und da haben wir uns natürlich ausgetauscht besonders meine Frau um besonders was Kochen angeht.
00:35:11: Dann haben wir das so eingerichtet einmal alle vierzehn Tage glaub ich war so ein Rhythmus hat meine Frau deutsches gekocht, also nicht amerikanisches.
00:35:21: Also dann gab es Sauerkraut und Pilkartoffeln und diese Sachen... Und die haben dann asiatisch gekoacht!
00:35:27: Das war natürlich wahnsinnig interessant für uns und da ist auch unsere Lust nach Asien zu gehen, natürlich gewachsen.
00:35:39: Deshalb haben wir
00:35:40: so die Begebenheiten sich
00:35:43: finden
00:35:43: um in der Entscheidung zu treffen?
00:35:46: Ja ja Also ich sage das immer wieder, dass wir haben da wenig oder ich persönlich habe der Glück gehabt in meinem Beruf.
00:35:54: Es gab immer wieder Sachen Angebote.
00:35:57: die waren so attraktiv, dass ich das mache jetzt.
00:36:01: Also seid ihr danach Thailand und wie lange wart ihr dort?
00:36:03: Und was hast du da gemacht?
00:36:05: Ja, wie gesagt, es war an dieser neuen Universität und da hab' ich Biochemie
00:36:11: Unterrichtet?
00:36:13: Und wir haben auch Forschung gemacht.
00:36:14: Wir hatten kleinere Projekte, wie man das so viel Studierende macht und die dann auch ihren Bachelor machen konnten, wenn sie lange genug da waren.
00:36:29: Das war für zwei Jahre gedacht.
00:36:31: Dann habe ich gedacht noch nach zwei Jahren ist es gut.
00:36:34: Ich habe mir gedacht, wir kommen jetzt aus dem reichen Amerika.
00:36:40: Und dann nach Deutschland.
00:36:42: Wir kannten ja Deutschland nur nachtrig sein, arm und bedürftig.
00:36:48: Das war alles noch nicht so wie es heute ist.
00:36:51: Das ist vielleicht ganz gut wenn wir in eine Weglos-Land gehen.
00:36:55: Damit ist Deutschlern zu erträglichen.
00:36:57: Trastisch.
00:36:58: Aber sie hatte auch in Thailand immer noch ein, obwohl Thailand hat ihr auch gut gefallen.
00:37:05: Bevor diese zwei Jahre beendet wurden, hatte ich dein Angebot... aus
00:37:12: Deutschland?
00:37:14: Nein, das auch.
00:37:15: Ich hatte ein Angebot... aus Chiang Mai.
00:37:18: Das ist die zweikereste Stadt in Thailand, die hatte damals ungefähr hunderttausend Einwohner, die liegt ungefähr achthundert Kilometer nördlich vom Bangkok und da fangen die Berge an.
00:37:32: Und das ist ein beliebter Ort weil da ist es auch im Sommer nicht ganz so heiß.
00:37:37: Da ist man schon bisschen an den Bergen und diese Stadt hat sich leider anderthalb Millionen Einwohner.
00:37:46: Die ganzen Reißfelder, die wir noch kennen von damals.
00:37:49: Alles Vollradstraßen und Gebäude und Läden usw.. Für uns ist es ein Jammer wenn man das sehen.
00:37:59: Und dann hatte ich das Angebot in einem Labor zu leiten.
00:38:04: Das befasste sich mit Anämien
00:38:08: und Blutarmut
00:38:10: und mit Unterernährung, diese Kombination.
00:38:14: Und da gab es noch eine besondere genetische Variante die bei den Bergvölkern auftrennt.
00:38:21: Die hatten einen Mangel an einem bestimmenden Süden und die mussten besonders ernährt werden.
00:38:28: Da hatten sie ein Labor eingerichtet.
00:38:31: das wurde finanziert von den USA und Japanen, die haben das finanzieren Und das wurde mir angeboten.
00:38:40: und da haben wir überlegt, Schignal.
00:38:44: Das machen wir jetzt auch
00:38:44: noch.".
00:38:45: Okay, um wie lange wart ihr dann dort?
00:38:47: Da waren
00:38:47: wir drei Jahre.
00:38:48: Drei Jahre!
00:38:49: Ja.
00:38:49: Und dann ist irgendwann schon der Tag näher gerückt als sie doch nach Deutschland zurückwolltet?
00:38:58: Ja es war so... Ich lernte schon im Bangkok einen deutschen Professor kennen.
00:39:06: Der machte eine Weltreise und hat Vorträge gehalten.
00:39:09: Und war auch im Bangkok.
00:39:11: Worüber?
00:39:11: Hat der Vortrag gesagt?
00:39:15: Das war ein deutscher Mediziner, der leitete das Institut für Ernährungswissenschaft in Gießen.
00:39:23: Er war aber fünf Jahre in Rom bei einer FAO gewesen – also bei der Ernährung und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen.
00:39:33: Und der war international viel unterwegs und er hat einen Vortrag gerade eben über Unterernährung in Entwicklungsländern.
00:39:42: Damals hieß das ja alles Entwichtungsländer, heute sagt man das eher nicht.
00:39:47: Heute sind es Länder des globalen Südens.
00:39:51: so nennt man die den entwicklungsländer impliziert ja auch was.
00:39:57: Wenn man sagt Entwicklungsländer, dann meint man ja die wirtschaftliche Entwicklung.
00:40:01: Das sind zum Teil Vögel, die kulturell einen sehr hohen Stand haben.
00:40:06: Also da muss man aufpassen und deshalb hat man auch vernünftigerweise diese Wortwahl
00:40:11: geändert.
00:40:12: Ja
00:40:14: gut!
00:40:15: Und da bin ich dann drei... also dann hatte ich diesen Professor Kreme so hieß der.
00:40:22: Der war in Bangkok und hat gesagt, was machen Sie denn wenn sie hier Bangkok verlassen?
00:40:28: Ich habe die Möglichkeit nach Kalifornien zurückzugehen.
00:40:31: Vielleicht mache ich das.
00:40:32: Ich weiß es aber noch nicht mehr.
00:40:34: Da hatte er gesagt, warum kommen Sie nicht nach Deutschland?
00:40:39: Ich lade Sie ein!
00:40:41: Bewerben sich doch bei uns, wenn Sie Lust haben.
00:40:46: In Gießen.
00:40:47: Aber dann habe ich mir überlegt... Ich kenne die Universität nicht, ich weiß nicht genau was die da in Ernährung machen.
00:40:57: Ich werde mich nicht nur in Gießen bewerben in der Ernährungswissenschaft sondern ich hatte ja nähste im Mikrobiologie.
00:41:06: Ich bewerbe mich auch in Göttingen.
00:41:10: In Götdingen saß damals der bekannteste Mikrobiologe Der auch das Lehrbuch über Mikrobiologie für Mediziner geschrieben hat.
00:41:19: Im Moment fällt mir der Name nicht an
00:41:22: Nur
00:41:22: jetzt fällt er mir nicht ein, sonst natürlich.
00:41:26: Da habe ich mich beworben und da bin ich biochemischer, hab mich in Freiburg geworben an der Freigotät für Biochemie.
00:41:34: Also drei Bewerbungen?
00:41:35: Drei Bewerbung
00:41:36: geschrieben nach Deutschland geflogen alle drei Institute besucht Vortrag gehalten, Leute kennengelernt und wieder zurückgefahren nach Bangkok.
00:41:46: Es dauerte nicht lange, kamen Briefe aus diesen drei Instituten.
00:41:51: Der erste Kamm vom Krämer hat gesagt, Herr Leitzmann, wir sind uns sehr freuen.
00:41:56: Herzlich willkommen!
00:41:58: Ja, wie schön wir Sie kommen?
00:42:01: Dann kriegt ihr einen Brief von Schlegel.
00:42:03: Schlegeln heißt der behübte Mikrobiologe aus Göttingen.
00:42:08: Er schrieb auch einen Brief oder schrieg mir, wer daran interessiert, dass ich komme und auch aus Freiburg.
00:42:17: Kriegt er drei zu sagen.
00:42:19: Was macht man dann?
00:42:21: Ja, dann überlegt man und befricht das mit seiner Frau.
00:42:23: Das sagt sie auch freiwillig.
00:42:25: so eine schöne Stadt.
00:42:26: Und gehörte ihn auch in Gießen?
00:42:28: Auch wenn nie was von gehört.
00:42:31: Sie hatte gehörten Gießen... Das schönste an Gießen ist, dass es in der Nähe von Marburg liegt aber das ist ja kein Renommee.
00:42:40: immerhin.
00:42:41: ich musste mich entscheiden Und ich habe mich dann doch für die Ernährung interessiert, weil ich dachte ... Ich kannte das ja.
00:42:48: Als Mikrobiologe bist du ganz viel im Labor und guckst ins Mikroskop.
00:42:54: Bei den Biochemikern musste da irgendwie Chemikalien mischen und irgendwas Neues entdecken.
00:43:00: Und ich war nicht so richtig der Labortyp!
00:43:04: Und Ernährungen?
00:43:05: Du hast Kontakt mit Menschen wenn du willst... Das lag mir doch eher.
00:43:12: Dann habe ich in Gießen zugesagt und die haben sich auch gefreut.
00:43:17: Und musste dann leider den anderen absagen, und damals ist das ganz Schönes passiert... Ich glaube nicht dass es heute noch vorkommt!
00:43:27: Sowohl der Professor Schlägel aus Göttingen als auch der Chef von der Biochemie in Freibich haben wir einen handgeschriebenen Brief geschrieben und haben gesagt Herr Leitzmann überlegen Sie sich das nochmal.
00:43:41: Vielleicht wollen sie doch zu uns kommen.
00:43:44: Ich habe die Berichte noch, wenn du mal bei uns ist.
00:43:47: Absolut
00:43:47: gerne weil das finde ich schön.
00:43:49: also ich denke den beiden geht so wie es mir immer gegangen ist wenn wir uns getroffen haben.
00:43:58: Es war einfach immer schön mit dir zusammen zu sein und mit dir zu reden ist es heute, jedes Mal wenn wir uns treffen.
00:44:07: Also wir denken dann immer so für zwei drei Stunden und dann gucken wir auf die Uhr und verstehen gar nicht warum schon so viel Zeit vorbeigegangen ist weil einfach ja bist schon ein besonderer Mensch.
00:44:19: wahrscheinlich haben wir das genau gespürt und deswegen haben sie dir die Stelle zumindest offen gelassen.
00:44:26: aber nun bist du ja mal nach Gießen
00:44:29: gegangen.
00:44:31: Deine Frau Happy?
00:44:33: Überhaupt nicht.
00:44:34: Nein, die hatte Kulturschock!
00:44:38: Die hat gedacht sie wäre da mit Freunden aufgenommen und ihre Heimat usw.
00:44:45: Und sie war total enttäuscht.
00:44:49: Wolltest du Sie wieder zurück?
00:44:50: Ja vor allen Dingen weil wir waren in Thailand verwöhnt.
00:44:56: Die Thailänder sind ja überaus freundlichen Menschen.
00:44:59: heute ist das nicht mehr ganz so aber damals war es noch so... Also war es sehr, sehr schön.
00:45:05: Sehr angenehm.
00:45:06: und wenn du unsere vier Kinder heute fragst, die ja alle schon im Ruhestand sind inzwischen?
00:45:12: Wenn du fragst wo war denn eure schönste Zeit in eurer Leben?
00:45:16: Die sagen Thailand.
00:45:21: Ja gut aber ihr seid ja geblieben.
00:45:24: Du hast auch die Stelle in Gießen angenommen Als
00:45:29: was
00:45:30: hast du denn?
00:45:30: oder als ja also Welche Berufssparte hast du denn dort besetzt?
00:45:38: Ja, also an dem Institut Hatten wurde natürlich nur Ernährung gemacht.
00:45:42: Aber auch die verschiedensten im Facetten.
00:45:46: Das ging auch in die Lebensmittelschämie hinein und noch in die Vermarktung in die Beratung usw.
00:45:54: hat das Ding, aber ich war ja jetzt Entwicklungsländer erfahren und der Creme hatte eben durch seine Erfahrung in der FAO auch weltweit einen Einblick gewonnen haben auch Länder besucht und so weiter.
00:46:09: und er hatte gesagt wir richten eine Professur ein für das Thema Ernährung in Entwicklungs Ländern und die wurde dann auch genehmigt.
00:46:20: Die wurde ausgeschrieben natürlich ganz offiziell und da haben sich auch, ich glaube, sechs oder acht Leute beworben Personen unter anderem ich.
00:46:29: Aber ich habe dann noch die Schilder bekommen das war da in der Neunzehn-Sieb-Sicht und da kriegte ich das schreiben von der hessischen Behörde dass ich die Profis jetzt zum Professor ernannt wurde.
00:46:41: Da sind es seit Achtund Siebzig Ja.
00:46:46: Und dann hab' ich dieses Fach vertreten In der Lehre angeboten natürlich, hat auch Seminare dazu und hab auf eine ganze Reihe von Diplomarbeiten und Doktorarbeiten vergeben.
00:47:01: Aber ich habe dann auch meine Interesse weiter ausgedehnt.
00:47:04: Mich hat die Ernährung in Deutschland natürlich auch interessiert und hab dann Persönlichkeiten kennengelernt wie zum Beispiel den Dr.
00:47:14: Brucker in Larnstein, der die Vollwerternennung vertreten hat und lernte dann auch eine Gruppe von Studierenden in Gießen kennen, die sagten wir müssten unbedingt das Korriktion verändern.
00:47:28: Das müsste aktualisiert werden.
00:47:30: Da wären so viele Dinge gelehrt, die man nicht brauchen kann also ein bisschen überheblich wie im jungen Menschen sein können.
00:47:38: Und wir müssen hier was programmert und so Sachen.
00:47:41: Das müssen wir einführen.
00:47:43: und natürlich der biologische Anbau dass wir alles nicht ernst genommen.
00:47:48: Dann haben diese Gruppe der Studierenden, die haben dann mit den Professoren gesprochen und keine hatte da Interesse jetzt irgendwie rebellisch zu sein oder was anderes zu machen.
00:48:01: Und ich war glaube ich der Letzte, den sie gefragt haben weil ich ja eine feste Sparte hatte in Nehruck, aber mich hat das interessiert.
00:48:11: Da haben wir dann mit der folgenden Nehrocks ganz große Erfolge gehabt.
00:48:18: Und in den Ende der Achsweger und Anfang der Neunzigerjahre, da waren wir sehr gefragt.
00:48:24: Wir haben im Kongresse abgehalten, den Gießen.
00:48:27: Da mussten wir von über tausend zweihundert... In der Kongressalte mussten die Hunderten von Leuten absagen, weil es ausgewucht war.
00:48:39: Sehr populär!
00:48:40: Also wenn man sich überlegt, da ging das ja eigentlich wirklich auch los?
00:48:47: wieder um eine gesunde Ernährung bemüht hat und sich auseinandergesetzt hat.
00:48:54: Und nichtsdestotrotz warst du in der damaligen Zeit schon tatsächlich auch ein Rebellen, und du hast ja auch mit vielem was du dir angeschaut hast oder was du vertreten hast kann man sagen manchmal angeeckt?
00:49:13: Ja unbedingt!
00:49:14: Und was auch interessant war, ich hatte vorhin den Professor Kramer erwähnt.
00:49:19: Der war dann schon als ich ihn gießen war pansoniert aber er war immer noch so ein bisschen kam jeden Tag ins Institut hat auch sein Büro und ja einige fanden das gut andere fand es nicht so gut dass der immer noch da rum sitzt.
00:49:33: aber Ich fand es gut denn er hatte wahnsinnig viel Erfahrung.
00:49:37: waren sie interessanter Gesprächspartner?
00:49:40: eines Tages ruft er mich in sein Zimmer im Büro Und sagte Herr Lassmann, ich muss noch mit ihnen reden.
00:49:49: Wie alt warst du da?
00:49:51: Als er mit dir reden
00:49:52: musste?
00:49:52: Ja, dabei.
00:49:53: Ich habe ja schon einen Beruf von langen Amerika in Thailand.
00:49:56: Ich war vierzig oder einevierzig Jahre alt.
00:49:58: Das ist auch
00:49:59: ein ganz schöner Ansage trotzdem.
00:50:01: Aber ich glaube, ich bin immer noch ziemlich jugendlich mit dem Alter.
00:50:04: Jedenfalls hat er gesagt, ich habe gehört sie befassen sich jetzt mit dieser Ernährungsweise Drucker und Vollwerternährung.
00:50:15: darf ich Ihnen dazu einen Rat geben.
00:50:17: Also er war da sehr höchlich und vorsichtig, aber ich sehe ihn bitte gerne.
00:50:22: Wissen Sie was sie da machen?
00:50:25: Würde ich sollten sie nicht machen denn sie schaden sich selber!
00:50:32: Sie schaden dem Institut und insgesamt schaden sie der Ernährungswissenschaft.
00:50:41: Das
00:50:42: hat er gesagt.
00:50:44: Du schadest der Ernährungswissenschaften mit deiner wissenschaftlichen Arbeit, mit deinen Studenten.
00:50:52: Das war natürlich der Anfang als wir anfingen damit und da war ich platt und hab gedacht wenn er das sagt musste die das überlegen.
00:51:05: Und dann kam ich nach Hause und meine Frau hat mir angesehen dass irgendwas passiert ist.
00:51:12: Wahrscheinlich war ich immer noch bleich.
00:51:14: Und wie gesagt, sie hat ja diesen Kultur-Schock und das sagt sie.
00:51:19: So hat sie gesagt.
00:51:21: Wie macht ihr einen Vorschlag?
00:51:24: Du suchst dir eine Arbeit im Ausland.
00:51:27: in drei Stunden habe ich die Koffer gepackt.
00:51:31: Das hättest du auch gemacht?
00:51:32: Ja natürlich!
00:51:33: In der Situation?
00:51:35: Ich meine, wir waren dann später froh das wir es nicht gemacht haben und dass ich auch da durchgehalten habe.
00:51:42: Aber ich war natürlich der Sonderling, der Abweichler, der Dinge anders machte und war bei meinen Kollegen nicht sonderlich beliebt.
00:51:53: Uns wurde angefeindet!
00:51:56: Und wie das dann so ist für uns zum Teil auch hässliche Sachen die da passiert sind?
00:52:01: Gibt's eine hässische
00:52:02: Sache?!
00:52:04: über die du mal reden kannst, was da war.
00:52:06: Fällt dir da was rein?
00:52:07: Ja, und interessanterweise... Mir wurde das ja gar nicht mitgeteilt, was dahinter alles so hinter mich hat es irgendwie auch nicht interessiert!
00:52:17: Und dass viele von diesen Sachen, die da passiert sind, die erfahre ich heute zum Teil noch von meinen ehemaligen Sekretärinnen, die natürlich alles mitgekriegt haben, Und die sagen ja, Herr Leitzmann wir haben sie eigentlich immer bewundert aber auch bedauert und fanden das ganz schlimm was die Kollegen über Sie erzählt haben.
00:52:43: Dass sie da in einer Ideologie verfallen sind und dass es alles unwissenschaftlich ist was er gemacht wird also... Aber die Studierenden waren begeistert!
00:52:56: Ja, ich weiß.
00:52:57: Ich habe die Probleme gehabt Studierende zu informieren und auch davon überzeugen dass das eigentlich der Weg der Zukunft ist was sich dann später natürlich bestätigte sehr viel später aber es war ein harter Kampf.
00:53:14: wie gesagt er wäre fast abgesprungen.
00:53:16: Aber ich meine dem Moment als du das von diesem Professor gehört hast der Geher... Es war ja eine Drohung.
00:53:25: Das war ja ganz definitiv eine Drohung.
00:53:27: Nein, nein!
00:53:28: Als Ruch habe ich das nicht aufgegriffen – als Warnung
00:53:32: oder als Wahnung?
00:53:32: Ich
00:53:33: würde sagen wir waren ja freundschaftlich verbunden.
00:53:36: Er wollte dir sagen passen sie ein bisschen auf sonst könnte da was schief laufen.
00:53:42: Und er hatte aus seiner Sicht und aus der Situation hat er verliehrt.
00:53:48: Und wie gesagt, wir waren befreundet.
00:53:50: Er ist mit seiner Frau oft bei uns in Laubach gewesen... ...er hatte uns eingeladen und die werden sehr wemig.
00:53:56: Also
00:53:57: später noch?
00:53:59: Ja
00:53:59: bis zu seinem Tod.
00:54:00: Aber was mich trotzdem interessieren würde so eine Entscheidung zu treffen da gehört ja ganz viel Mut dazu.
00:54:13: Ich habe aber gemerkt diese jungen Leute in Lahnstein gewesen sind oder Erfahrungen da hatten.
00:54:21: Die waren auch so begeistert und die waren so dankbar, dass sie endlich eine Professor davon überzeugen oder gewinnen konnten der ihre Ideen trächt.
00:54:36: Wir müssen gerade nochmal erklären wer Prokka war weil ich glaube viele Zuhörer und Zuschauer kennen Proker nicht Lahnstein auch nicht.
00:54:45: Magst du mal kurz sagen Wer Brucker war und Lahnstein?
00:54:50: Ja, Dr.
00:54:51: Brucka ist ein berühmter Arzt gewesen der sich für das was wir immer als Vollwiternäruppe zeichnet haben sehr eingesetzt hat.
00:55:04: Und dass in der damaligen Zeit also er noch richtig aktiv war, wurde das von der Wissenschaft nicht akzeptiert.
00:55:14: Dabei muss man dann überlegen, was Wissenschaft ist.
00:55:19: Wer die Wissenschaft auch beeinflusst?
00:55:22: Und er hatte große Schwierigkeiten mit der Lebensmittelindustrie hat viel Prozesse geführt mit der Zuckerindustrie zum Beispiel.
00:55:31: aber letztlich ist es so das Errecht hatte und wenn ich jetzt sehe was die deutsche Gesellschaft für Ernährung an Empfehlungen heraus gibt ist genau das, was wir vor fünfzig Jahren gesagt haben.
00:55:46: Wofür wir aber heftig nicht nur kritisiert sondern bekämpft
00:55:50: wurden?
00:55:50: Ja.
00:55:52: Aber so ist es!
00:55:52: Ich denke wenn man... ja ich meine der Brugger war sicher ein Pionier und ich denke auch wir haben da noch Pioniere geleistet denn wir waren die Ersten, die dieses Thema an die Universitäten gebracht haben Fachhochschulen, Universitäten die dieses Thema alle übernommen haben.
00:56:16: Und wie gesagt die Empfehlung der deutschen Gesellschaft für Ernährung das ist ja die offizielle Vertretung.
00:56:22: Die haben eine Sache nach den anderen von uns übernommt.
00:56:28: Ist ja auch so aber die haben lange lange gebraucht.
00:56:34: Mir fällt da gerade was ein Brucker war.
00:56:37: ja Arzt du bist Ernährungswissenschaftler Und ich kritisiere ja immer, dass so wenig Ernährung in den Medizinstudium zum Beispiel beinhaltet ist.
00:56:50: Auch der Arzt später lernt nichts – also so gut wie nichts über Ernährungen!
00:56:56: Es hätte ja eigentlich eine richtig gute Schnittstelle sein können.
00:56:59: Also ihr beide, Brocker und Du, das ja einfach Ernährungsmedizin zum Beispiel etabliert hätte.
00:57:06: Warum?
00:57:07: Warum ist es immer noch so, jetzigen Medizin Ernährungsmedizin einfach nicht gelehrt wird.
00:57:16: Hast du eine Erklärung dafür?
00:57:18: Wir wissen so viel, die Wissenschaft ist soweit.
00:57:20: Wir haben so viele Erfahrungen!
00:57:22: Die Studienlage ist eindeutig.
00:57:25: Warum wissen die Ärzte darüber nichts?
00:57:29: Es gibt ja freulicherweise einen Die Möwigkeit für Ärzte sich weiterbilden in Ernebungs-Wissenschaften.
00:57:39: Und die machen das auch und ich denke da lernen sie auch viel, wenn Sie heute die Kurse, die ja oft von der DGE veranschaltet werden besuchen, dann lernen sie tatsächlich das was wir heute immer noch für richtig halten, was wir vor fünfzig Jahren schon gesagt haben.
00:57:54: Also da hat sich schon etwas geändert muss ich sagen.
00:57:57: aber im Studium selber heute passiert... Leider sehr wenig.
00:58:03: Aber jetzt mal ganz ehrlich Klaus, ich bin sowas von der Meinung dass jeder Mediziner ein absolutes solides Basiswissen haben müsste zum Thema Ernährung und das ist einfach nicht geben.
00:58:19: also wenn mir ein Arzt sich denn dafür entscheidet sich weiterbilden zu lassen dann wunderbar.
00:58:27: aber Aber es gehört doch zum Arzt sein dazu, dass er was weiß über Ernährung.
00:58:35: Ja und das trifft eben für alle Medizin dazu auch für die Chirurgen, die sagen, das interessiert uns nicht!
00:58:41: Wir machen hier Operationen.
00:58:44: Ja klar aber es gibt ja ein Grundstudium von sechs Jahren oder zwölf Semestern und da gehört es einfach rein.
00:58:52: Es gibt ja eine gewisse Spezialisierung, also sagen wir mal für Gastroentologen.
00:58:59: Für die Diabetologen interessieren sich natürlich dafür und werden da auch entsprechend geschult.
00:59:05: aber dieses Thema was uns ja auch vorschreibt immer wie die Prävention die hier betrieben werden könnte, die dann auch nicht nur von den Universitäten sondern auch vom Staat her viel mehr gefördert werden müsste.
00:59:21: Die könnte Milliarden und Milliarden ein Geld sparen... ...und auch viele Leidungszeiten.
00:59:27: Ja
00:59:27: aber auch viel Geld spazieren.
00:59:29: Aber das schaffen wir scheinbar immer noch nicht!
00:59:35: Es ist international überall das gleiche.
00:59:37: es ist ja nicht so dass wir anders sind als Schweden, Spanien oder Peksiko.
00:59:46: Die Lebensmittelindustrie hat natürlich einen mächtigen Einfluss mit der Werbung die sie machen können und mit den Angeboten die sie haben, die attraktiv sind aber in vielen Fällen eben nicht gesundheitlich.
01:00:05: darauf zu sprechen kommen, weil wir als Ärzte wollen doch das unsere Patienten, die wir behandeln, dass sie gesund werden.
01:00:14: Und es ist nun mal die Basis jeder Gesundheit.
01:00:21: Jeder Prävention isst Ernährung natürlich auch Bewegung und eine mentale Gesundheit gehört dazu.
01:00:28: aber die Ernährungen – all unsere Zellen werden ernährt!
01:00:33: Meine Güte, wie kann diese Ignoranz die teilweise dann noch herrscht?
01:00:39: Ich bin immer... ich bin da immer ja, wie soll ich sagen.
01:00:44: Ich bin ja schon auch wütend drüber weil wir kämpfen ein Stück weit tatsächlich auch einen Kampf schon so lange dass dieses Wissen an die Menschen gelangt damit sie was Gutes für sich tun können.
01:00:59: also wir wissen Sechzig bis siebzig Prozent der Krebserkrankungen können durch einen gesunden Lebensstil verhindert werden.
01:01:09: So viel Krebserkrankung, das sind offizielle neueste Zahlen – das ist unglaublich!
01:01:16: Warum wird es bitte nicht hundgetan?
01:01:21: Warum werden die Ärzte dazu nicht verpflichtet, dass sich weiterbilden lassen?
01:01:26: Alle niedergelassenen Ärzten die Allgemeinmediziner, Internisten und Gynäkologen eigentlich alle.
01:01:34: Die müssten doch davon hören und wissen und es ihren Patienten weitergeben?
01:01:40: Ja in der Ernährung ist eben ein Thema das ich eigentlich als ganz erfolgreicherweise müsste denn jeder von uns ist doch mindestens dreimal am Tag
01:01:53: Oder zweimal?
01:01:54: Ja,
01:01:54: es gibt auch welche die nur einmal am Tag essen.
01:01:56: Aber man muss zumindest normalerweise täglich essen und die meistens machen das dreimal am Tag.
01:02:02: Und jedes Mal hat man die Möglichkeit sich gesund oder eben nicht gesund zu ernähren.
01:02:07: Dass der Mensch selber auch nicht dieses Interesse aufbringt und sagt ich will doch gesund sein!
01:02:12: Nicht übergewichtig werden kann Diabetes bekommen.
01:02:15: Das ist unverschämlich.
01:02:17: Ich habe ja zu Anfangs gesagt dass du mein Lehrer in Ernährung Gott sei Dank warst du auch an meiner Seite, weil was ich durch dich alles gelernt habe hat mich auch stark gemacht.
01:02:35: Weil es war für mich damals nicht leicht als Ernährungsmedizinerin zu arbeiten.
01:02:40: Es gab solche Ärzte wie mich kaum.
01:02:46: Ich kannte da wirklich niemanden und Ich weiß noch, dass du in der Universität Gießen immer Referenten oder Experten eingeladen hast zu Themen in der Ernährungsmedizin die kontrovers diskutiert wurden.
01:03:13: Das ist zum Beispiel was mich sehr fasziniert hat damals.
01:03:17: Du hast wirklich jedem die Möglichkeit gelassen zu sprechen das vorzustellen.
01:03:24: Und dann ging es anschließend noch darum, dass sie auch in irgendeiner Form einzuordnen.
01:03:30: Ja also mir war daran gelegen, dass die Studierenden diese Personen, die ja alle so ein bisschen abseits standen und nicht als Wissenschaftler anerkannt waren, dass dieses Wissen bekommen.
01:03:47: Ich meine ich habe mich informiert und hätte es an den Studierende weitergeben können.
01:03:52: Aber ich habe mir gedacht, ich lade die Begründe dieser Ernährungsformen.
01:03:57: Lade sie ein!
01:03:59: Sie haben die Möglichkeit, Studierenden zu informieren und dann haben die Studierende die Möglichkeit Fragen zu stellen.
01:04:06: also wir haben ja auch noch diskutiert und das war immer sehr eine sehr... ... anregende und informative Veranstaltung.
01:04:15: Weißt du, warum mir das gerade einfällt?
01:04:17: Ich frage mich ja die ganze Zeit... ...die armen Menschen da draußen.
01:04:21: Die kriegen so viele unterschiedliche Informationen zum Thema Ernährung mit,... ...und es geht dir auch in diesem Podcast ums Älterwerden.
01:04:29: Auch die Leute, die sich sagen okay jetzt bin ich so fünfzig oder sechzig... ...und ich muss irgendwie anfangen wirklich was zu machen.
01:04:35: Wie ernähre ich mich denn wenn ich mir anschaue?
01:04:38: Was ist für Ernährungsempfehlung?
01:04:39: überall gibt.
01:04:40: Die einen sagen nur Fleisch, die anderen sagen nur vegan, die Anderen sagen ganz viel Kohlneutrate andere sagen nur Proteine.
01:04:50: also es ist alles da.
01:04:52: warum gibt es denn nicht die Möglichkeit dass man sich mit den einzelnen Vertretern dieser Gruppen zusammen mal an den Tisch setzt und darüber spricht was Warum kommen die da drauf?
01:05:07: Warum haben sie ihre Vorstellung?
01:05:10: und wie kann man es schaffen, den Menschen dort draußen etwas an die Hand zu geben und ihnen zu sagen passt auf.
01:05:21: Das ist Wissenschaft pur ganz klar.
01:05:25: das sind die Ergebnisse aus großen großen Studien, aus Meteranalysen.
01:05:33: Das müsst ihr essen, wenn jemand das so und so sagt.
01:05:37: Dann sagt er das weil er diese Erfahrung gemacht hat und so weiter und sofort dass die Leute endlich endlich wieder Sicherheit bekommen Weil Wenn du wenn du dich draußen umhörst Diese Unsicherheit die macht mich die macht sich die macht ich traurig weil Als Prävention Was sollen sie essen?
01:06:03: Weiß man nicht.
01:06:04: Wenn sie krank sind, wissen die Leute das auch nicht weil der eine sagt Keto, der andere sagt Vollwert, der Andere sagt nur Fleisch, der andre sagt Vegan dann kommt noch der eine Sack Dann fasten ist es überhaupt, dann ist Scheinfasten noch da und dann gibt es noch Intervallfasten usw.
01:06:26: Und so fort.
01:06:27: wie können sich Menschen heute zurechtfinden in diesem Chaos.
01:06:33: Hast du eine Idee?
01:06:34: Ja, es ist eben ganz schwierig wie du schon erzählt hast und diese verschiedenen Empfehlungen werden ja auch alle mit wissenschaftlichen Daten oft belegt.
01:06:47: aber was da an wissenschaftlichem Daten alles veröffentlicht wird das ist ja auch nicht immer.
01:06:53: dann zwingend für eine neue Empfehlung.
01:06:59: Ich bin da mal ganz vorsichtig.
01:07:00: Ich
01:07:01: habe das gemerkt, du hast eben lange überlegt wie solltest du es ausdrücken dass du korrekt dich noch ausdrückst?
01:07:11: Aber es gibt doch die Übersichtsarbeiten also die Meteranalysen von Studien.
01:07:17: Es ist doch eigentlich ganz klar wo's hingeht.
01:07:20: Ja, das ist richtig.
01:07:22: Warum kann das denn nicht einfach veröffentlicht werden?
01:07:25: und dann steht es einfach mal fest
01:07:30: Ja, es ist schwierig.
01:07:31: Auch weil wir als Menschen sehr unterschiedlich reagieren und meine Erfahrung ist dass man vielleicht versucht alle Menschen zu oft in einen Topf zu werfen.
01:07:47: Wir sind alles sehr unterschiedliche unsere Vorlieben und unsere Abneigungen.
01:07:55: Wir haben Empfindlichkeiten, wir haben Unverträchtigkeiten also die Bedürfnisse sind auch sehr unterschiedlich.
01:08:03: Und es gibt dann doch viele Menschen, die mit diesen etwas ungewöhnlichen Ernährungsformen gewöhnt werden.
01:08:12: Also ich kenne da Beispiele wo Menschen zum Beispiel entdeckt haben Die Rohkost ist was Gutes.
01:08:20: Und das war ja auch mal eine ganz populäre Ernährungsform vor thirty-fünf Jahren.
01:08:25: Immer noch
01:08:25: teilweise?
01:08:26: Ja, aber es ist sehr viel weniger geworden und Rohkosst ist eine wunderbare Sache.
01:08:34: Je mehr wir davon essen desto besser.
01:08:37: Aber die Verträglichkeiten sind unterschiedlich und das wird nicht genügend berücksichtigt.
01:08:43: Also Frischkost wie wir sie nennen statt Rohkost, du weißt warum?
01:08:48: Wir sagen im Frischkost.
01:08:50: Denn Rohkos muss nicht immer frisch sein!
01:08:54: Du kannst Salat kaufen und lässt ihn eine Woche irgendwo abstellen und willst den dann noch nehmen.
01:09:01: das ist keine... Das ist keine Frischköst mehr.
01:09:03: also diese Frisch-Kost das ist schon empfehlenswert Und die Verhechtlichkeiten sind sehr unterschiedlich und wir haben das ja untersucht in unserer Rohkostoge.
01:09:14: Das
01:09:15: war die erste Studie, die darüber gemacht wurde.
01:09:18: In
01:09:18: Deutschland zu.
01:09:20: Da haben wir eben auch festgestellt, manche Leute kommen da wunderbar mit zurecht und andere eben nicht.
01:09:28: Und wenn sie nicht damit zurechkommen müssen Sie anders essen?
01:09:32: Nicht Rokos ganze aufgeben aber zumindest weniger
01:09:35: ist es.
01:09:35: Also ich habe in der Praxis weil... Ich war ja für diese ganze Ernährungsrichtung glaube ich so die Ärztin zu der man gegangen ist, wenn man Fragen hatte.
01:09:48: Und ich habe gerade bei den Menschen die sich nur mit Rohkost ernährt haben ganz oft auch leider Mangelzustände gesehen und es ist so schwer gewesen dass denen den Menschen auch begreiflich zu machen, die waren dann auch teilweise sehr star und rigide.
01:10:04: Also es ist alles nicht einfach aber nichtsdestotrotz wir beide haben uns ja deswegen auch zusammen getan und ein ganz großes Buch darüber geschrieben unser buch klartext Ernährung.
01:10:16: Und ich bin jetzt mal so fromm und frei gerade raus.
01:10:21: Ich glaube dass das meiste was wir darin geschrieben haben auch noch in vielen vielen Jahren seine Richtigkeit behalten wird.
01:10:32: Das ist das, was wir immer gemacht haben – du auch!
01:10:35: Du hast Vorträge gehalten und deine Studenten unterrichtet.
01:10:40: Du hast Bücher geschrieben, Artikel geschrieben oder geforscht.
01:10:46: Ich habe mit meinen Patienten ganz viel gelernt und gebe es jetzt weiter in den Formen von von Podcasts, von Videos, von Artikel und so weiter.
01:11:03: Aber nichtsdestotrotz wünschte ich mir eine ganz schöne Klarheit für die Leute da draußen, die so unsicher sind.
01:11:12: Aber im Vergleich zu vor vierzig Jahren als ich damit anfing hat sich trotzdem schon viel getan.
01:11:20: also bevor wir noch ein bisschen tiefer einsteigen in den Mensch Klaus, würde ich gerne noch mal wissen.
01:11:27: Was hat sich denn bei dir in der Ernährung verändert als du dich damit auseinandergesetzt hast?
01:11:33: Wie war dein Weg?
01:11:34: das vielleicht nur ganz kurz schildern und wo stehst Du heute?
01:11:38: wie ernährst Du Dich
01:11:39: Heute?
01:11:40: Als ich die Vollwert Ernährungen kennlernte habe mich das total überzeugt dass das der richtige Weg ist und hab dann das gemacht was dort auch propagiert wird.
01:11:52: Ich denke, was wichtig ist, dass du noch mal sagst, was?
01:11:55: Was bedeutet Vollwärternährung?
01:11:58: Vollwerternährung bedeutet das man die Nahrungsmittel so behandelt, dass deren voller Wert also an Mineralstoffen und Vitaminen anderen Substanzen erhalten bleibt.
01:12:10: Das heißt, man muss nicht immer stark verarbeiten.
01:12:14: Man muss nicht alles kochen, garen oder rüsten sondern Vieles, wenn man es verträgt, frisch essen.
01:12:22: Also wie die Natur es anbietet.
01:12:25: Das heißt aber durchaus auch Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier?
01:12:32: In der vollwertigen Erinnerung sind alle Lebensmittel erlaubt.
01:12:35: Aber bestimmte Lebensmittel nämlich in begrenzten Mengen.
01:12:41: also wir haben dann zum Beispiel empfohlen ein bis zwei Eier pro Woche.
01:12:47: Ein bis zweimal Fleisch pro Woche mit Begrenzungen der Menge sogar, sodass man da schon eine gute Orientierung hat und dadurch fast automatisch in eine überwiegend pflanzliche Ernährung gekommen ist.
01:13:01: Aber noch mal zurück zu dir!
01:13:03: Wie ernährst du dich heute Klaus?
01:13:06: Ja ich habe natürlich im Laufe der Jahre auch immer wieder dazugelehnt, auch anhand der wissenschaftlichen Erkenntnisse.
01:13:15: Und mit immer mehr innerhalb im Rahmen der Vollwert- erinnerung zur vegetarischen Ernährung gekommen.
01:13:23: Also irgendwann haben wir beschlossen als Familie kein Fleisch mehr zu essen und haben das auch wunderbar durchgehalten.
01:13:32: Zumindest unsere Töchter machen das heute noch mit ihren Kindern.
01:13:39: Die heiraten ja dann in den meisten Fällen und da muss man sich dann überlegen, wer dann entscheidet was gegessen wird.
01:13:48: Immerhin also ist immer mehr Pflanzig geworden und dann gab es auch mal eine Phase wo wir auch wirklich vegan gelebt haben.
01:13:56: Also wenig ohne tierische Produkte.
01:13:59: Inzwischen bin ich der Auffassung dass das mit dem Veganismus schwierig ist in dem Sinne wenn man bemüht ist viele Menschen dafür zu gewinnen Denn alleine der Begriff Vegan nur pflanzlich, der schreckt schon ab.
01:14:14: Und deshalb muss man sich überlegen wie man das am besten vermittelt.
01:14:20: Also wir haben uns angewöhnt den Begriff vegan überhaupt nicht zu verwenden.
01:14:24: Wir sagen pflanzlich und reinpflanzig wäre es möchte aber
01:14:30: inzwischen basiert.
01:14:32: Die
01:14:33: Pflanzenbasierung kann man auch so aufpflanzen.
01:14:35: Basiert ist schon eher liberale, genau das ist wohl richtig.
01:14:40: und weil du danach gefragt hast wie ich es heute mache also ich habe mich so als ninety-fünf Prozentige vegane gemausert und ich halte das auch ziemlich gut ein.
01:14:54: Also ich mach gewisse Ausnahmen wenn in einem Produkt Ein paar Eiprodukte drin sind oder auch mal wenn es um Käse geht oder so.
01:15:04: Das mache ich dann auch, aber ich denke vielleicht bin ich bei ninety vier Prozent.
01:15:10: also ganz genau kann man das ja nicht festlegen.
01:15:13: Ich bin da aber zumindest nicht missionarisch dass man nichts anderes anrühren darf und ich denke das schreckt viele Leute ab und man kann ja diese dieses Zugeständnis machen, auch dass man sich daran heran arbeitet.
01:15:36: Dass man immer mehr und mehr Pflanzliches aufnimmt im Laufe der Jahre oder der Monate und dann weniger Käse und weniger Fleisch und letztlich doch überwiegend pflanzlich sich ernähren.
01:15:48: Und da ist sich international die Wissenschaftler eigentlich
01:15:52: absolut
01:15:53: überwiegenpflanzig.
01:15:55: Absolut.
01:15:56: Also das sollte auf jeden Fall rüber kommen, dass der Konsens besteht.
01:16:01: Dass eine hauptsächlich pflanzliche Ernährung mit frischen Produkten das Beste für uns Menschen ist und ich glaube damit sagt man alles was man sagen muss und jeder kann damit.
01:16:20: eigentlich sollte etwas anfangen können damit.
01:16:25: Klaus, jetzt haben wir viel über deine Wege und auch über deine beruflichen Entscheidungen gesprochen.
01:16:32: Ich würde jetzt gern schon noch so ein Stück näher an dich als Mensch heranrücken.
01:16:40: Wenn es dir vielleicht irgendwie zu viel wird oder so sag mir wirklich einfach Bescheid und dann da nicht!
01:16:48: Du hast ganz so Anfangs deinen Alter verraten.
01:16:53: noch Noch zwei neunzig nächste Woche.
01:16:57: Nächste Woche dreinneunzig, stimmt?
01:17:07: Wie ist dieses Gefühl einfach zu wissen dass du schon viele Jahre eigentlich die durchschnittliche Lebenserwartung erfüllt hast?
01:17:23: wie ist es für dich
01:17:26: Ich denke schon, dass das ein Privileg ist.
01:17:29: Dass man das Durchschnittsalter schon längst überschritten hat... ...die dich bei Männern immer noch bei knapp achtzig Jahren.
01:17:37: Bei Frauen ist es drei-vier Jahre länger und das führe ich natürlich auch darauf zurück,... ...dass ich versucht habe gesund zu leben.
01:17:48: Das heißt, ich hab nie geraucht!
01:17:53: Ich war immer vorsichtig mit Alkohol Heute trinke ich fast überhaupt keinen Alkohol mehr und war mir darüber bewusst, dass frische Kost also wie die Natur es so anbietet gesund ist.
01:18:10: Übrigens das war eigentlich auch die Ernährungsweise als wir Kinder waren.
01:18:15: da gab's keine fertig und hoch verarbeiteten Produkte.
01:18:19: Das was man kaufte war Mehl und Zucker und Salz und Essig um mal die Grund Dinge zu nennen und ein paar andere Sachen.
01:18:28: Sonst hatte man einen Garten, man schlachte da einmal im Jahr ein Schwein und dann gab es jeden Sonntag den Sonntagsbraten und am Montag die Bratensauce, die besonders beliebt war.
01:18:41: Und sonst war das pflanzlich!
01:18:44: Also diese Rückkehr zur Ernährung, die heute so als Armutsernährung betrachtet wird Von der Gesundheit her war das schon richtig.
01:18:54: Das
01:18:54: ist eigentlich die reichste Ernährung, die man sich so vorstellen kann?
01:18:57: Ja!
01:18:58: Wir hatten natürlich... Es war sicher ein bisschen einziglich und es war natürlich knapp mit nicht im Krieg.
01:19:04: also da haben sie schon dafür gesagt dass die Menschen genug säßen hätten Die Notbegehren nach dem Krieg.
01:19:10: Und dann gab's die Hungerzeiten und den Hungerwinter.
01:19:13: und ja da war es schon sehr knapp.
01:19:18: Ja, wir haben auch gehungelt.
01:19:19: Nicht dass wir verhungert sind aber es war immer knapp.
01:19:23: Wir waren auch arme Leute.
01:19:25: Wir mussten alle von dem leben was wir hatten.
01:19:31: Glaus du warst ganz lange verheiratet?
01:19:38: Es ist einige Jahre her nach einem erfüllten und auch einem langen Leben in einer Beziehung mit einem Menschen, der dann geht.
01:19:57: Weil er vor dir stirbt... Wie ist das?
01:20:01: Was passiert da in einem?
01:20:04: Ja meine liebe Frau ist vor knapp drei Jahren gestorben und danach gab es natürlich weil ich darüber überraschen kann sie hatten schweren Schlaganfall gehabt den sie die überlebt hat.
01:20:17: Das war natürlich Ja, große Traurigkeit, eine große Lehre, großer Verlust.
01:20:28: Aber ich habe ja vier Kinder, Enkelkinder.
01:20:31: die haben sich bemüht mich auch aufzufangen so gut es ging und man erinnert sich dann auch daran was man erlebt hat mit diesen Menschen.
01:20:46: Wir hätten in diesem Jahr unsere Gnadenshochzeit gehabt.
01:20:49: Also nach siebzig Jahren kommt die Gnadenhoch-Zeit und so lange kennen wir uns auch, wir waren siebenundsechzig Jahre verheiratet, kann das also vor ein paar Jahre?
01:21:01: Und ja... In diesem Jahr wär's soweit gewesen aber alleine feiern man die nicht!
01:21:07: Die Gnadenhauch-Zeiten Ja.
01:21:09: und dann ist es ebenso dass Man erinnert sich an viele Dinge und die Gemeinsamkeiten, die man erlebt hat.
01:21:18: Die man gemacht hat ob das jetzt Reisen waren oder Besuche oder auch besondere Erlebnisse, die wir reichlich gehabt haben mit unseren Auslandsaufenthalten und auch mit unseren Kindern.
01:21:35: Das ist natürlich etwas woran man sich auch gerne erinnert und auch dankbar dafür ist.
01:21:42: Also es ist so eine Mischung, Traurigkeit, Verlust, Lehre, auch Einsamkeit aber eben auch die Dankbarkeit und jetzt eine neue Lebensweise danach wo man sich gefangen hat.
01:21:59: Für dich gab's einen Moment wo du gedacht hast eigentlich ist für dich das Leben auch zu Ende?
01:22:07: Nein eigentlich nicht der Gedanke nie gekommen, vielleicht auch weil wir eine große Familie sind.
01:22:14: Da sind nicht nur die Kinder, da sind die Enkelkinder und inzwischen Urenkel.
01:22:20: Ich habe zwei Urenkele zwischen ganz diese Wesen also...
01:22:26: Hast du an Weihnachten gesehen?
01:22:29: Ja das Leben für mich ist eigentlich schön aber wie gesagt meine Frau ist nicht mehr da.
01:22:37: Also da war es dann schon so eine Lehre.
01:22:40: Ich habe dich ja auch das öfteren gesehen und ich fand schon, dass da auch so eine Traurigkeit dabei war was ja ganz normal ist.
01:22:51: und gab es denn irgendwann in deinem Leben?
01:23:01: Dann plötzlich wieder ein Moment, in dem du gespürt hast... Was lebendig ist in dir?
01:23:10: Da ist was passiert, womit du nicht gerechnet hast.
01:23:16: Ja, inzwischen habe ich eine Partnerin.
01:23:20: die hab' ich vor etwas zwei Jahren kennengelernt das heißt Ich kenne sie schon seit über thirty-fünf Jahren.
01:23:29: Sie war einer der großen Pioniere für Rohkosten war auch sehr erfolgreich damit.
01:23:36: Inzwischen ist es immer noch ein Thema.
01:23:38: aber Interessanterweise ist sie dadurch gesund geworden durch diese Rohkost und nach zweitere Jahren ist sie davon krank geworden, weil sie es wahrscheinlich von der Konstitution her nicht vertragen hat.
01:23:54: Sie musste die Rohkoster aufgeben.
01:23:57: Sie ist immer noch etwas Rohkosta aber überwiegend zubereitet in Kostas gekocht oder an das erwärmte Kost.
01:24:08: Also ich würde schon gerne nochmal so ein bisschen da einsteigen.
01:24:13: Diese Frau kennst du schon ganz lange, die jetzt an deiner Seite ist... Wie hat sich das angekündigt?
01:24:23: Wie war das?
01:24:26: Ja vielleicht schicke ich noch Folgendes voraus!
01:24:29: Ich hatte immer mal wieder gelegenen mit meiner Frau darüber zu sprechen Was würdest du machen, wenn ich jetzt sterbe?
01:24:36: Ich glaube das passiert in vielen Ehen so.
01:24:40: Und äh...
01:24:41: Ich wünschte es wäre dass man sich darüber unterhält.
01:24:44: ob das ihr weiß ich nicht.
01:24:45: Über uns war das ein Thema auch deshalb weil wir erlebt haben wie die Menschen die ihren Partner verlieren damit umgehen und ich kann mich erinnern einer unserer Bekannten der hatte schon paar Monate nach dem Tod seiner Frau eine andere Frau kennengelernt und hab ich sie meiner Frage, ich find das nicht so gut.
01:25:07: Das ist für mich pietätlos.
01:25:10: Man kann auch mindestens in die Ahr warten oder so.
01:25:14: Oder sagst du, wieso denn das?
01:25:18: Und was ich gar nicht erwartet hätte, sagst Du, die Frau ist doch tot!
01:25:26: anderen kennenlernen und die freuen sich, können gemeinsam so nehmen.
01:25:31: Das ist doch toll!
01:25:33: Also ich war nicht der Meinung.
01:25:35: Aber genau das es mir passiert interessanterweise.
01:25:40: Ich begegnete eben eine Frau, wir haben uns erst besucht und dann haben wir gemeinsam was unternommen und dann kamen sie immer näher und haben uns irgendwie auch verliebt und sind immer noch zusammen.
01:25:53: aber Ich kann sicher nicht meine Frau ersetzen, aber ich habe jetzt eine Partnerin mit der ich Sachen unternehme.
01:26:02: Sie hat ganz andere Interessen als meine Frau.
01:26:06: Wir lernen gegenseitig voneinander weil sie ist etwas jünger als ich und sind aber nicht nur zusammen.
01:26:16: Sie hatte auch ihre Wohnung wo sie dann auch zeitweise alleine ist und ich bin alleine Aber wir kommen immer wieder zusammen Und wenn wir zusammen sind, dann wandern wir und gehen vielleicht auch mal ins Kino oder essen gemeinsam auswärts.
01:26:35: Was ich mit meiner Frage selten machen konnte weil sie schwierig war.
01:26:41: Und zwar in der Form das Theater oder auch Musicals oder so Sachen für Sie eigentlich kaum infrage kamen Wenn überhaupt, haben wir uns Ballett angeschaut.
01:26:57: Da kriegte sie alles mit.
01:26:58: Das hat sich auch interessiert.
01:27:00: Also das hat sich sehr geändert.
01:27:03: Die lerne also einen ganz anderen Menschen kennen und sie sicher auch.
01:27:10: Ihr Mann ist vor vier fünf Jahren gestorben.
01:27:14: Sie hat Kinder- und Enkelkinder lebt.
01:27:16: Hat also auch ihre Familie und ihren privaten Kreis.
01:27:21: aber Ich lerne ihre Bekannten kennen und sie meine bekannten.
01:27:29: Also das ist jetzt meine Lebenssituation.
01:27:33: Das finde ich, also für mich neu.
01:27:37: Ich wusste nicht dass Ele und du ihr darüber gesprochen habt wie es denn ist wenn einer wird der Erste sein was ist danach?
01:27:46: Ja, besonders eben weil wir beobachten haben was das passiert.
01:27:50: Andere binden sich ja überhaupt nicht.
01:27:53: Die leben einsam weiter und ich weiß von Leuten die ich kenne, die sagen meine Mutter oder mein Vater sind einsam.
01:28:07: Die fühlen sich verlassen.
01:28:08: Warum suchen sie sich keinen Partner?
01:28:11: Das wäre doch viel besser!
01:28:16: dass da eine Partnerschaft sich anbahnt.
01:28:20: Ja,
01:28:20: ich kann mich auch noch erinnern... Ich hab dich ja dann kurze Zeit nachdem du diese neue Frau, die dir schon so lange kanntest, der du wieder begegnet bist in einer Art und Weise auch lieben gelernt hast?
01:28:40: Weiß nicht ob man das so sagen kann!
01:28:42: Ja, aber überhaupt durchaus!
01:28:43: Ja sehr schön Ich habe tatsächlich diese Veränderung bei dir gesehen.
01:28:52: Also in der Zeit, wo du alleine warst fand ich schon dass du so mehr in dich gekehrt warst auch deine, deine Sprache war eine andere.
01:29:02: und als du mir dann erzählt hast Du hast gesagt Petra ich möchte dir gern was erzählen das weiß ich noch da warst du bei uns zuhause Und...und du warst Einfach sehr, sehr präsent.
01:29:19: Was hat das mit deinem Gefühl gemacht?
01:29:25: Du weißt ja da schon... du warst ja auch schon über neunzig.
01:29:29: Wie war es für dich?
01:29:30: War es für Dich Spann zu entdecken, dass du noch dieses... Ne ich frag Dich jetzt weiß es gar nicht!
01:29:40: Hattest du dieses Krippelgefühl von Verliebtheit?
01:29:43: Ja, schon.
01:29:45: Vielleicht nicht im gleichen Maße wie früher, wo das eher ausgeprägter war.
01:29:50: Aber ja doch, das taucht er dann schon auf.
01:29:55: Und ist es auch so dass das wieder abflaut?
01:29:58: Wie das bei jungen Leuten ja auch der Fall ist und was anderes kommt?
01:30:02: Ja, das ist eine interessante Frage.
01:30:04: Genau das passiert eben!
01:30:06: Man ist nachher ja schon... Wir kennen uns ja etwa nicht ganz zwei Jahre jetzt.
01:30:14: Und ja, das flacht schon ab.
01:30:17: Man ist dann doch ein älteres Paar sozusagen.
01:30:23: aber trotzdem ich meine die Zuneichung ist da und man kann ja seine Liebe oder Zuneicherung auch zeigen dadurch dass man sich umarmt oder dass man sie streichert oder dass er sich nette Worte sagt.
01:30:40: Das gibt ja auch eine Verbindung.
01:30:44: Also ich würde gerne nochmal auf die Anfänge zurückkommen.
01:30:48: Wie ist es denn mit Bedürfnis nach Berührung?
01:30:53: Ist das wie früher war oder ist es anders?
01:31:02: Eigentlich ist es sehr ähnlich, aber es hat nicht die gleiche Intensität.
01:31:08: Sie war verheiratet und auch in die Jahre gekommen, genau wie ich.
01:31:15: Also das ist ja nicht mehr die ganz heiße Sache... Das kann es gar nicht sein!
01:31:23: Aber man spürt es immer noch, wenn du danach flachst.
01:31:29: Und ist das immer noch schön?
01:31:31: Ja doch!
01:31:33: Ja, wir sind in vielen Dingen unterschiedlicher Meinung.
01:31:36: Aber wir haben auch viele Gemeinsamkeiten und Dinge, die uns sehr interessieren.
01:31:41: Sie interessiert sich ganz besonders für Ernährung und Gesundheit.
01:31:45: Und das ist ein unendliches Thema, wo wir immer wieder Angriffspunkte haben aber auch über andere, über Kulturen... Sie war jahrelang stur des in ihrer Jugend oder als sie noch jung war und hat die ganze Welt gesehen.
01:32:04: Und wir sind ja auch sehr viel gereist, können uns auch über Länder und andere Sitten um Gebräuche usw.
01:32:11: unterhalten.
01:32:12: Also da haben wir schon einen Regenaustausch.
01:32:18: Wie war es für dich zu beobachten wie dein Umfeld darauf reagiert hast?
01:32:26: Wie war's denn wie deine Freunde als sie gesehen haben?
01:32:32: Gibt es eine neue Frau im Leben von Klaus?
01:32:36: Konnten die damit umgehen?
01:32:38: Ja, wie du dir vorstellen kannst fällt halt ganz unterschiedlich aus.
01:32:44: Also und du wirst ja nicht alles gewahr was sie Leute denken und sagen aber das kommt
01:32:49: noch dazu
01:32:50: dass man mitbekommt ist eben sehr vielschichtig.
01:32:55: also nur ein Beispiel mein Schwiegersohn seine Mutter ist einfach gleich alt Die ist jahrelang, wie sagt man Hilfsbedürftig gewesen hat sich immer beschwert.
01:33:10: Sie war uns zufrieden und unglücklich und wollte dass ihre Kinder sie mehr besuchen.
01:33:17: Das war sehr anstrengend für die Kinder oder diesen Schwiegersohn eben auch.
01:33:24: Und als er hörte einen Kontakt haben in einer Reihe.
01:33:31: Der hat die jubelt, der hat mir gratuliert und gesagt toll, Klaus!
01:33:36: Wunderbar!
01:33:38: Ja das ist also die eine Seite...
01:33:42: Die andere Seite?
01:33:43: Das gab Leute, die haben gesagt was soll das so?
01:33:47: ein alter Mann und wie gesagt dies war Er ist ja nicht jünger als ich, aber er ist auch schon über acht.
01:33:56: Er ist auch nicht mehr jung.
01:33:59: Muss das jetzt sein?
01:34:02: Also wie gesagt da gibt es auch Stimmen die sagen hätten wir nicht gedacht dass er das macht.
01:34:08: Aber letztlich ist es eine sehr unre Entscheidung.
01:34:12: Absolut
01:34:14: und ich denke auch vielleicht sogar eine gewisse Erleichterung für die Kinder, die ja nicht alle in meiner Nähe sind.
01:34:24: Der eine Sohn ist im München, der eine Tochter lebt in Italien.
01:34:28: Die können mich jetzt nicht ständig besuchen und unterstützen.
01:34:32: Und deshalb bin ich mit meiner Partnerin öfter zusammen.
01:34:38: Ich glaube das ist auch eine gewissen Lebensqualität, die man dadurch erreicht.
01:34:43: Kann ich mir gut vorstellen?
01:34:45: Absolut!
01:34:47: Das heißt auch, von deiner Familie her hast du auch... Ja.
01:34:55: Das war für deine Kinder zu Beginn?
01:34:59: War das genauso in Ordnung wie es auch für Illenordnung gewesen wäre?
01:35:05: Die Kinder sind nicht sehr begeistert davon.
01:35:13: Die haben ihre Gründe dafür die ich nicht ganz nachvollziehen kann.
01:35:18: Aber ich habe ja eine Schwester und ein Bruder, die haben sich auch kennengelernt.
01:35:24: Und sie finden das alle toll, dass ich nicht alleine bin.
01:35:28: Und Einsamkeit ist ja ein Riesenthema inzwischen geworden.
01:35:33: Ich kann also...ich bin nicht einsam!
01:35:38: Ich bin ja auch beruflich immer noch ein bisschen tätig.
01:35:41: Wir haben gerade die dritte Auflage eines Buches herausgebracht und wer sich jemals damit befasst hat, was es bedeutet eine neue Auflage zu bearbeiten das ist ja fast wie ein neues Buch schreiben.
01:35:54: Ja vielleicht sogar noch schlimmer?
01:35:55: Ja, ist an
01:35:57: dieser Zeit aufwendig!
01:35:58: Und wenn man's da nicht alleine macht sondern mit Autoren hat wird es auch nicht unbedingt leichter.
01:36:04: also dass hat mich schon... Und du, da beschäftige ich mich auch immer noch.
01:36:09: Ich versorge mich noch selbst im Haus und mache alles selber.
01:36:13: Ich habe einen Garten, den schaffe ich bis er noch alles.
01:36:17: Ich merke aber dass meine Kräfte nachlassen.
01:36:20: Irgendwann brauche ich natürlich Unterstützung.
01:36:23: Aber die gibt es ja auch.
01:36:24: Die kann man sich ja besorgen.
01:36:26: Ja wie wird das dieses Jahr aussehen?
01:36:29: Machst Du den Garten... Versuchst ihn wieder alleine zu machen, oder?
01:36:33: Ja
01:36:33: das kommt dann so an.
01:36:34: Ich muss mal sehen ob ich noch so schnell laufen kann wie der Rasenmäher läuft.
01:36:41: aber ich denke das geht noch.
01:36:43: Aber zum Beispiel jetzt Hecken schneiden wo man beide Hände über den Kopf nehmen muss Das ist dann voll schwierig Besonders weil mein einer Arm nicht ganz so leistungsfähig wie ich ihn gerne hätte.
01:36:59: Aber sonst mache ich das noch, und es ist auch ein guter Ausgleich.
01:37:05: Mental und körperlich.
01:37:07: Gartenarbeit ist gut!
01:37:09: Das glaube ich auch.
01:37:10: Und da vergeht die Zeit sehr viel langsamer.
01:37:12: Das ist hochinteressant.
01:37:14: Wenn ich am Computer sitze... ...und schreit eine Weile, dann denke ich, dass kann doch nicht sein.
01:37:19: Schon zwei Stunden vergangen.
01:37:21: Und wenn ich im Garten bin und habe schon ganz viel gemacht, dann denk ich... Ja, aber das sind sicher zwei Stunden jetzt gewesen?
01:37:29: Das ist ganz interessant, dass draußen die Zeit sehr viel langsamer läuft.
01:37:37: Ich glaube das sollten wir alle, die wir älter werden uns merken weil es ist ja immer so ein Thema, dass die Zeit so schnell Verredet, also das ist ja auch das was wir alle beschreiben und was wir spüren.
01:37:49: Also Gartenerbeit ist genau das Richtige!
01:37:52: Für mich jedenfalls macht es für andere anders sein.
01:37:55: Andere mögen es vielleicht auch nicht so gerne aber da ich jetzt auch beruflich jahrelang gemacht habe, ist das natürlich auch so etwas was in mir ist und was sich gerne mache Spaß daran hab.
01:38:07: Und gleichzeitig ist es eben eine körperliche Betätigung die oft bei älteren Menschen fehlt.
01:38:14: Die sitzt dann viel und von Fernseher oder auch wenn sie ein Computer haben, die gehen nicht raus.
01:38:23: Und ich hab mir das zu regeln gemacht.
01:38:25: Ich versuche jeden Tag mindestens eine halbe Stunde rauszugehen zum Maschieren, wenn ich dich im Garten gearbeitet habe und mache auch meine Übungen so ziemlich regelmäßig.
01:38:38: Das würde ich jedem empfehlen.
01:38:42: Quellerei sein, das kann auch Spaß machen.
01:38:45: Und am besten ist es natürlich, wenn man das zu zweit macht und das machen wir jetzt oder ich.
01:38:51: Wir machen das jetzt so zu zweiten und das motiviert auch.
01:38:56: Ja, ich kann das gut verstehen ja.
01:38:59: Das kann ich auch gut verstehen.
01:39:01: Sag mal gab's irgendwie einen Moment wo du gemerkt hast dass die Qualität der Zeit oder dass die Zeit eine andere Qualität angenommen hat?
01:39:11: Dass Ja, das sind wirklich schneller geht.
01:39:17: Dass die Lebenszeit knapper wird?
01:39:19: Hast du dich mit solchen Themen im Laufe der letzten zwanzig Jahre auseinandergesetzt oder hast du dich damit nicht so geschäftigt?
01:39:31: Nicht beschäftigt aber jeder spürt es ja dass mit zunehmenden Alter die Zeit schneller verrinnt.
01:39:39: Das ist schon so... deutlich bin.
01:39:42: Wie gesagt, es sei da mal hier den Garten, wo das Finne ist.
01:39:45: Hat dir das Angst gemacht?
01:39:47: Bitte?
01:39:48: Hat dir dass Angst gemacht...
01:39:50: Dass die Zeit schon läuft?
01:39:53: Kennst
01:39:54: du überhaupt Angst zum Thema Älterwerden?
01:39:56: also
01:39:57: ich
01:39:58: habe das so gesagt?
01:39:59: Eigentlich
01:39:59: nicht.
01:40:00: aber um das noch ein bisschen weiterzuführen mit meiner Partnerin führen wir sehr viele Gespräche über das Leben nach dem Leben Was da alles dokumentiert ist, was da alles an Erfahrung wohl nicht.
01:40:17: Sehr interessant!
01:40:18: Aber ich bin natürlich jazethelang wissenschaftlich geprägt.
01:40:24: Das ist schon ein bisschen schwierig für mich das alles anzunehmen oder zu glauben, was geglaubt wird und was beobachtet werden und was Menschen Nahtoderfahrungen zum Beispiel gibt's da Haufenweise?
01:40:38: Wie man
01:40:38: die Gäbler Ross hat das in den Sechzigerjahrens richtig lebt.
01:40:42: Habe ich damals auch gelesen, fand das spannend.
01:40:45: aber deshalb habe ich nicht gedacht dass es ein Leben nach dem Leben gibt obwohl ich bin ja sehr christlich erzogen worden in der Freikirche.
01:40:57: da musste man natürlich ans Leben nachdem Tod glauben.
01:41:03: als Kind sag' ich mal Da sind später viele Zweifel aufgekommen und ich bin zwar immer noch Kirchenmitglied, weil auch die Kirche als Institution hier ganz viel Sozialarbeit leistet.
01:41:22: Wichtig ist in unserer Gesellschaft aber ich bin kein Kirchgänger.
01:41:27: Aber wir sind natürlich kirchlich getraut worden Und unsere Kinder sind alle getauft worden, also das übliche.
01:41:39: Wir sind da ganz normal.
01:41:42: Aber wie gesagt dieses Thema Leben nach dem Tod, das beschäftige ich mich schon.
01:41:50: Ich habe doch eines gelesen.
01:41:53: Beschäftigt dich das Thema weil du gerne ein Leben nachdem Tod hättest?
01:42:03: Dass es sowas gibt oder einfach nur Wie du dein Leben lang warst, wie ich dich kenne.
01:42:11: Immer neugierig bist?
01:42:14: oder ist es tatsächlich was... dass du so auch vielleicht eine Hoffnung hast, dass es weitergeht?
01:42:24: Ja also du merkst das ich ein bisschen zögerlich hinter sage.
01:42:29: Ich weiß,
01:42:29: ich weiß!
01:42:30: Also meine Partnerin
01:42:32: ja
01:42:32: ist fest davon überzeugt, dass wir nicht nur ein Leben nach dem Tod haben sondern das wir uns wahrscheinlich schon aus früheren Leben kennen und dass wir auch zukünftig irgendwie in Verbindung bleiben.
01:42:48: Das sind so... Also so fest wie sie glaube ich noch nicht daran, das mag ja noch kommen.
01:42:56: also das ist auch ein Thema das uns beschäftigt Wo wir uns unterhalten und Informationen und Gefühle diskutieren.
01:43:09: Ich habe ja schon öfteren gelesen von Wissenschaftlern, die sehr, sehr wissenschaftlich gearbeitet haben und eingestiegen sind in ganz neue Dinge, die absolut gläubig geworden sind dadurch.
01:43:29: Deswegen glaube ich ja nicht, dass die Wissenschaft ein davon abhält.
01:43:32: Weil du gesagt hast, ich bin ja Wissenschaftler und deswegen muss ja alles so sehen wie es ist um das dann tatsächlich auch anzunehmen.
01:43:41: Ein Leben nach dem Tod hat noch keiner gesehen aber trotzdem sind ganz viele Wissenschaftler gläubig gewonnen.
01:43:48: Ja, ich weiß.
01:43:50: Das höre ich ja auch und das finde ich auch interessant.
01:43:53: aber es muss ja auch von innen kommen dass man wirklich sagt, dass überzurecht
01:43:57: ist.
01:43:58: Und so weit bin ich noch nicht.
01:44:00: Aber da wird dran gearbeitet.
01:44:03: Da wird dran gearbeitet!
01:44:05: Du arbeitest daran oder ihr arbeitet daran?
01:44:10: Wir, weil ich immer neue Informationen bekomme und neue Zeugnisse... abgelegt werden von Menschen, die diese Nahtoderfahrung machen.
01:44:20: Was machen dieser Bericht über Nahtoderfahrungen mit dir?
01:44:25: Wenn du davon hörst...
01:44:27: Ja also ich finde das interessant könnte mir aber vorstellen dass das ja ich will nicht sagen Träume sind aber so weitergehende Träune und Erlebnisse.
01:44:43: Was ist mit den ganzen Kulturen, die es gibt?
01:44:45: Die sagen natürlich... Es gibt so viel mehr als dieses Leben.
01:44:50: Es geht weiter und es hört nicht auf.
01:44:53: Wir sind alles mit allem verwoben.
01:44:57: Es gibt da keine Ende.
01:45:00: Das sind ja große Kulturel mit ganz vielen Menschen.
01:45:05: Und sie nehmen das für ganz selbstverständlich.
01:45:08: Ich weiß noch, als ich in Indien war habe ich eine Beerdigung beigewohnt.
01:45:14: Die Menschen, die waren sicherlich auch ein bisschen traurig aber sie haben auch gefeiert.
01:45:22: Ja!
01:45:23: Ich hab das auch in denen erlebt und auch in Thailand.
01:45:26: Wo der Buddhismus ist und in den Hinduismus... Hinduismus
01:45:30: war das mal...
01:45:31: Und da gibt es ja den Taoismus.
01:45:35: In Japan sind die meisten asiatischen Regionen Glauben an das Leben.
01:45:41: ... nach dem Leben.
01:45:43: Ja?
01:45:44: Aber ich muss, wenn dich ehrlich mit mir bin... Ich bin noch nicht ganz so weit aber... ...ich habe ja noch ein paar Tage Zeit!
01:45:54: Ja, ich hoffe noch ganz viele Tage und dann können wir mal gucken wo wir vielleicht in ein paar Jahren, wo du stehst,... ...mit deinen Gedanken bliesbezüglich.
01:46:06: jetzt glaube ich gilt es erstmal Die Zeit, die bleibt zu leben.
01:46:15: Genau!
01:46:17: Ich glaube das ist ganz wichtig.
01:46:19: Ähm... ich habe noch eine Frage an dich Klaus.
01:46:28: Was würdest du heute jungen Menschen an Erfahrung, an Wissen gerne mitgeben?
01:46:47: Wenn man dich fragen würde – ich hab gehört, du bist kein ... Missionar.
01:46:51: Du fragst auch immer nur dann, wenn man dich... Also du antwortest immer nur Dann?
01:46:56: Wenn man dich fragt also zumindest meistens was würdest du jungen Menschen mitgeben für ihr Leben?
01:47:05: Wenn ich jetzt sehe wie das die Situation in den deutschen Schulen ist oder wie viele Kinder doch sehr abgelenkt sind mit den elektronischen Möglichkeiten Dann würde ich den raten, dass Sie das mit Maß und Abstand konsumieren sollten.
01:47:30: Und sich aus dem Leben vorbereiten, indem sie so viel lernen wie möglich.
01:47:36: Also Lernen, Lernen...
01:47:39: Warum?
01:47:40: Ich denke Bildung macht frei!
01:47:44: Bildung gibt dir viele Möglichkeiten du hast viel Informationen Und kannst dann selber abwägen, was es richtig für dich ist.
01:47:53: Ich wurde ja auch von jungen Menschen und auch von Studierenden gefragt, was meinen sie denn?
01:47:58: Was ich machen sollte.
01:48:00: Gerade bei Studierend habe ich immer gesagt Sie müssen das machen, was Sie gerne machen möchten.
01:48:07: Das müssen Sie anstreben zumindest Denn nur wenn Sie das machen können oder dürfen, was Ihnen wirklich Spaß macht können sie konkurrieren, dann kriegen Sie sicher einen Arbeitsplatz und haben auch Spaß daran.
01:48:24: Wenn Sie aber in irgendeiner Ecke gedrängt werden oder nur weil da vorübergehende Möglichkeit ist irgendwie Geld zu verdienen oder irgendwas zu machen das hält dann meistens nicht.
01:48:35: also dass tun was man wirklich machen möchte Das kann natürlich nicht jeder und ich denke Ich bin da auch vielleicht privilegiert.
01:48:47: Als ich Kind war, wollte ich Sportler werden.
01:48:52: Ich war auch ziemlich gut im Sport und dann träumte man von Olympiade und so Sachen.
01:48:58: Und jeder hat ja seine Träume, die irgendwann verfliegen, obwohl ich später auch Sport immer gezogen habe.
01:49:05: Besonders leichter lege ich auch in Turnvereinen viele Jahre.
01:49:09: Hat mir auch viel Spaß gemacht!
01:49:11: Und das war auch gut für mich.
01:49:13: Auch nicht nur wegen der körperlichen Aktivität, sondern auch mit den Menschen, mit denen man zu tun hat und bei denen bin ich teilweise heute noch verbunden, obwohl das achtzig Jahre hier sind.
01:49:27: Es gibt zwei Sachen die mir noch einfallen.
01:49:30: also ich weiß dass ihr Freundschaften immer extremst gepflegt habt.
01:49:36: ist es auch etwas was du den menschen sagst was wertvoll ist?
01:49:43: Ja, natürlich.
01:49:44: Und das wird zu oft zu leicht genommen.
01:49:50: Vor jetzt einem Monat etwa ist mein längster Freund gestorben leider mit dem ich viele Jahre zusammen verbracht habe und wir waren unser ganzes Leben in Kontakt.
01:50:02: Er war ein Jahr älter als ich es verstorben und das war schon sehr traurig für mich.
01:50:09: aber ... Wir haben viel an der Gelerne und haben ganz viel Spaß zusammen gehabt.
01:50:15: Und was ich vielleicht auch noch den jungen Menschen aber vielleicht auch den Älteren mitgeben kann, obwohl wir heute Work-Live Balance haben also die Leute kümmern sich ja darum wenn ich gefragt werde würdest du etwas anders machen?
01:50:33: Was du in deinem Leben gemacht hast dann würde ich sagen kümmer dich mehr um deine familie.
01:50:43: in manchen berufen ist es ja möglich wenn du irgendwo eine sieben ein halb stunden tages arbeit hast dann hast du noch ganz viel freizeit am abend an wochenende.
01:50:57: aber wenn du in der Universität bist und hast hunderte von Studenten mit denen du Kontakt hast, die du berätst, die Diplomarbeiten oder Doktor arbeiten.
01:51:08: Du diskutierst und vorbereitest und auswertest, da bist du fast jeden Abend und fast jedes Wochenende am Arbeiten.
01:51:18: Und das ist eine Sache, die ich bereue wenn ich danach gefragt werde.
01:51:23: Ich hatte einen Kollegen, das habe ich noch viel zu spät erfahren Als ich schon pansoniert war, der hat gesagt.
01:51:29: Ich hatte eine Lebensregel die mir sehr geholfen hat.
01:51:32: Da habe ich gesagt Ja was denn?
01:51:34: Der hat gesagt Never on Sundays.
01:51:37: Das heißt den Sonntag helfst du frei für die Familie und ich habe das sicher übertrieben.
01:51:47: Ich war in vielen Wochen unterwegs, hab Vorträge gehalten an Seminaren teilgenommen usw.. Und das war natürlich für meine Frau nicht so schön.
01:52:00: Sie hat das auch geäußert und hat auch manchmal auch reagiert.
01:52:05: Eines Tages kam ich nach Hause, die Tür war verschlossen, meine Frau war nicht da, die Kinder waren schon aus dem Haus.
01:52:13: Die Geschichte kenne ich überhaupt noch nicht?
01:52:16: Ja.
01:52:16: Dann erzähl!
01:52:18: Du wirst es ja auch nicht weitererzählen.
01:52:20: Nein, ich erzähle es bestimmt nicht weiter.
01:52:22: Ich erzähles nur hier, komme ich nachhause.
01:52:27: Tür war verschlossen, war niemand da.
01:52:32: Und ich bin dann ins Haus... Ich weiß gar nicht mehr wie ich da reingekommen bin.
01:52:35: Wahrscheinlich hatte ich einen extra Schlüssel oder meinen Schlüssel dabei und ich wusste nicht wo sie war.
01:52:42: Das hat nicht lange gedauert in ein paar Minuten.
01:52:45: Da war mir klar Sie ist einfach abgehauen.
01:52:50: Mit Koffer?
01:52:52: Das habe ich nicht so schnell untersucht aber jedenfalls war sie weg.
01:52:59: Der hat ja jeden Tag auf mich gewartet und meistens lange warten müssen.
01:53:03: Dann kam ich nicht um sechs, sondern nicht um sieben, sondern vielleicht erst noch später.
01:53:09: Und das hatte er natürlich nicht gefahren, obwohl Sie auch wussten, dass mir das Spaß macht, dass unser Einkommen sichern
01:53:16: usw.,
01:53:17: aber das habe ich sicher übertrieben.
01:53:19: Das würde ich zugeben.
01:53:21: Und wann kamen Sie wieder?
01:53:22: Also was
01:53:23: habt ihr da gemacht?
01:53:23: Ich habe natürlich
01:53:24: sofort Vermutungen gehabt!
01:53:27: und habe dann bei ihrer Schwester gerufen.
01:53:30: Und die sollte doch mir zwar nicht sagen, aber die hat dann gesagt ja sie ist bei uns.
01:53:37: Ich bin nach Hamburg gefahren was sie sonst nie gemacht hat alleine im Sucht weil sie eben auch schwerhörig war immer ein bisschen schwierig hatte sich allein in der Öffentlichkeit zu bewegen.
01:53:49: Aber das hat sie dann gemacht.
01:53:50: Wann war es denn?
01:53:51: Wie alt wart ihr da?
01:53:52: Auch
01:53:52: da waren vielleicht zum aufs Hinblick oder so In dem Alter.
01:53:57: Weil
01:53:58: ich kann mich erinnern, dass du... Du hast schon davon erzählt das du unheimlich viel weg warst und du aber gesagt hast, dass wenn du dann irritiert bist als Professor nicht mehr arbeitest, dass tu dann Zeit für Ille hast und mit ihr viel Zeit verbringen wirst.
01:54:15: Hast du mir erzählt?
01:54:16: Ja!
01:54:17: Und das hast du auch mehr oder weniger gut eingehalten.
01:54:22: Ja, ich habe es versucht einzuhalten.
01:54:24: Deswegen sage ich mehr oder weniger du hast immer noch Vorträge angenommen und Einladungen.
01:54:31: Und ich denke auch dass das wichtig und richtig für dich war weil Du warst ja Ernährungswissenschaftler wirklich als es war deine Leidenschaft so hab ich's empfunden ist es ist es so?
01:54:48: Es war leidenschaft auch in dem Sinne Man spürt auch eine Verantwortung.
01:54:54: Ich meine als Professor für Engel, was hast du auch verantwortet?
01:54:58: Für junge Menschen und ich meine, ich erlebe das heute mit großer Freude wie viele meiner Studenten in Position sind wo sie auch wenig das weitertragen und selber auch weiter leben.
01:55:13: Und sehr erfreulicherweise bekomme ich doch öfters als ich dachte Besuch Anrufen sowieso, aber Besucher von meinen ehemaligen Studierenden.
01:55:24: Die kommen da meistens mit einem Blummschraus und bringen eine Torte mit.
01:55:27: Und dann sind sie im Nachmittag bei mir... ...und das ist wunderschön!
01:55:32: Ja, glaub ich, glaube ich.
01:55:34: So verliebe ich es ja auch.
01:55:36: Dass das sehr schön ist.
01:55:37: Aber ich weiß auch dass du schon irgendwann dann auch gesagt hast so jetzt bleibst wirklich zu Hause?
01:55:46: Und bist für ihr da?
01:55:48: Und es war ja dann auch so.
01:55:52: Du warst da für sie?
01:55:54: Ja, das war aber auch deshalb erforderlich weil meine Frau wirklich hilfsbedürftig wurde und ich hatte das Ampangs schon erwähnt, konnte ich auf die Huken der Erfahrung zurückgreifen denn wenn Sie das nicht mehr machen konnten, ich konnte kochen Ich konnte das Haus sauber machen, ich konnte Bügel und Gardinen aufhängen im Garten arbeiten.
01:56:23: Alles was gemacht werden, was üblicherweise auch die Frau macht war überhaupt keine Schwierigkeit.
01:56:29: Und heute mache ich es ja wieder weil ich doch überwiegend alleine bin so aus.
01:56:36: Glaubst du gibt es eine Eigenschaft, die dir inne wohnt weshalb du in deinem hohen Alter immer noch bereit bist?
01:56:47: neue Dinge zu sehen, neue Dinge auszuprobieren, dich zu verändern.
01:56:54: Also du bist für mich alles andere als jemand der Starr und Stur im Alter geworden bist.
01:57:02: Du bist genau das Gegenteil!
01:57:04: Und es finde ich einfach... Ich bewundere das und ich würde gerne auch so werden ob mir das gelingt?
01:57:12: Das weiß ich nicht.
01:57:13: aber gibt's da irgendeine Eigenschaft die man braucht umso zu werden Wie du bist?
01:57:20: Zum Teil ist es sicher angeboren.
01:57:22: Wir sind ja alle etwas geprägt durch unsere Gene, aber auch durch unsere Erfahrungen in den Jugend usw.
01:57:30: Und ich spüre eben, dass man
01:57:35: doch
01:57:35: zufrieden ist, wenn man irgendetwas Sinnvolles machen kann.
01:57:42: Mein Nachbar kommt und fragt wie soll ich mich jetzt ernähren?
01:57:47: Den kläre ich dann auf mit dem Wissen, was ich habe und der freut sich.
01:57:50: Und ich freue mich auch dass er zu mir
01:57:53: kommt.".
01:57:54: Du meinst das ist mit ein Grund warum du einfach so offen bist Veränderung gegenüber noch offen stehst?
01:58:02: Warum du sagst ja Ich würde gerne da noch etwas verbessern und da noch was weitermachen und Einfach auch Raum Raum für Neues lässt.
01:58:13: Raum für neues in deinem Alter, das finde ich einfach... finde ich wunderbar!
01:58:19: Ja aber ich will nicht sagen dass es egoistisch ist, aber ich habe ja auch was davon.
01:58:25: Was hast du davon?
01:58:27: Das Leben ist interessanter und ich lerne neue Dinge kennen.
01:58:31: Ich erfahre Dinge die ich vielleicht sonst sicher fahren würde und versuche nicht Wir morgen schon den Fernseher anzustellen, dass ältere Menschen ja häufig machen.
01:58:46: Ich stelle das manchmal auch abends nicht an.
01:58:49: Ich lese dann lieber was.
01:58:51: es gibt immer neue Sachen.
01:58:52: ich kriege auch Bücher geschenkt oder kaffe mir welche oder aber wie gesagt wir schreiben ja auch noch Bücher und wir sage ich mache es nicht alleine.
01:59:03: Es gibt jüngere Kollegen oder Kolleginnen die interessiert sind ... gerne möchten, dass ich da mitmache.
01:59:14: Ja und das macht auch Spaß... ...und ich habe mich ja auch mit dir machen
01:59:19: dürfen.".
01:59:20: Ja umgekehrt!
01:59:21: Ich habe mich auch mit Dir machen dürfen.
01:59:25: für mich war es eine der größten Freuden dieses Buch Klartext Ernährung zu schreiben und es ist immer noch so.
01:59:34: Und wir schauen mal was die Zukunft noch so alles bringen wird.
01:59:37: vielleicht gibt es hier noch einen Buch zu unserem Lieblingsthema, wovon wir ja sagen.
01:59:44: Es haut leider noch niemanden wirklich vom Hocker.
01:59:47: Das ist die Vorbeugung einfach alles Wissen das man braucht um gesund lange Leben zu können.
01:59:56: wie gut wäre es?
01:59:59: Wir würden so viel wissen dadurch weitergeben können.
02:00:03: du hast gesagt es würde ganz viel Geld gespart werden ganz viel Leid Wer weiß.
02:00:11: Lieber Klaus, ich danke dir so sehr für dieses Gespräch heute und ich wünsche dir und ganz ehrlich gesagt auch mir dass wir noch viele Jahre miteinander haben wo wir uns austauschen können und dass sich dich vielleicht in ein paar Jahren wieder zu einem neuen Podcast einladen kann um zu gucken was ist denn jetzt in der Zwischenzeit passiert?
02:00:38: Das können wir vereinbaren
02:00:40: und
02:00:40: da machen wir das auch.
02:00:42: Ja, ich danke dir!
02:00:44: Vielen Dank dass du mir die Möglichkeit gegeben hast mich auszusprechen sozusagen
02:00:51: von Herzen gerne.
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